Der Weg durch das Höllental: Deutschlands eindrücklichster Normalweg
Von den drei klassischen Zustiegen auf die Zugspitze gilt der Weg durch das Höllental als der anspruchsvollste, gleichzeitig aber auch als der landschaftlich eindrücklichste. Die Route kombiniert eine wilde Schlucht, einen der letzten Gletscher Deutschlands und einen langen, ausgesetzten Klettersteig, eine Mischung, die der Tour beinahe Hochtourencharakter verleiht. Wer die Zugspitze über diesen Weg besteigt, hat sich einen echten Klassiker der bayerischen Alpen redlich verdient, dies allerdings nur mit entsprechender Kondition, alpiner Erfahrung und, an schönen Tagen, etwas Geduld an den Engstellen.
Die Höllentalangerhütte als Zwischenstation
Wir übernachten vor dem Gipfeltag in der 2015 neu eröffneten Höllentalangerhütte auf 1387 m, die von Hammersbach aus in rund zwei Stunden durch die spektakuläre Höllentalklamm erreichbar ist. Die Hütte ist modern eingerichtet und verfügt über Waschräume, eine frühzeitige Reservierung ist wegen der grossen Nachfrage unerlässlich. Mit der Übernachtung verkürzt sich der Gipfeltag um rund 600 Höhenmeter und zwei Stunden, was den zweiten Tag deutlich entspannter macht und uns erlaubt, früh am Ferner zu sein, wenn der Schnee noch griffig ist.
Über Leiter, Brett und Höllentalferner zum Gipfel
Am zweiten Tag steigen wir über die drahtseilversicherten Passagen «Leiter» und «Brett» auf, bevor wir den Höllentalferner erreichen, der je nach Jahreszeit mit Schnee bedeckt oder ausgeapert und damit blankeisig sein kann. Nach der Gletscherquerung folgt die Randkluft, der Übergang vom Eis zum Fels und eine der heikelsten Stellen der gesamten Route, die wir dich seilgesichert überwinden lassen. Der abschliessende Klettersteig führt durch die gesamte Nordostflanke direkt zum goldenen Gipfelkreuz auf 2962 m, wo du dir die Aussicht bis weit in die Bayerischen und Tiroler Alpen redlich verdient hast.
Zugspitze mit Bergführer
Wir übernehmen die komplette Tourenplanung inklusive Hüttenreservierung, beobachten Wetter- und Gletscherverhältnisse laufend und wählen einen möglichst frühen Start, um den grössten Andrang an den Engstellen zu umgehen. Auf dem Höllentalferner, an der Randkluft und auf dem Klettersteig sichern wir dich durchgehend am Seil beziehungsweise mit dem Klettersteigset. Mit einer Seilschaft von maximal 1:2 bleibt genug Zeit, auch an den heiklen Passagen in Ruhe zu arbeiten.