Piz Badile Nordkante

Die Capanna Giannetti im Vordergrund und der Piz Badile dahinter

Die Nordkante des Piz Badile (3’308 m) gilt vielen Kletterern als die schönste Kantenführe der Alpen. Über 25 Seillängen und 800 Höhenmeter zieht eine elegante, logische Linie durch kompakten, griffigen Granit hinauf zum Gipfel eines der charaktervollsten Berge des Bergells. Der Alpenvereinsführer «Bergell» fasst es so zusammen: Die Nordkante sei «eine der schönsten, wenn nicht gar die schönste Kantenführe in den Alpen.» Technisch moderat bis 5a+, aber lang, ausgesetzt und mit einem anspruchsvollen Abstieg auf der Südseite. Wer die Nordkante klettert, bewegt sich auf denselben Felsen, auf denen Riccardo Cassin 1937 mit seiner legendären Nordwandroute Geschichte schrieb. Kein Berg der Alpen zieht Kletterträume so magnetisch an wie der Piz Badile.

  • 01.07.2026 – 30.09.2026
  • 3 Tage
  • Bregaglia, Schweiz
  • 1-2 Teilnehmende

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CHF 2'090.00

Davide Guzzardi
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Beschreibung

Anforderungen

Technik

Klettern

Sicheres Vorsteigen bis Grad IV, Klettern als Nachsteiger ab Grad IV+/4b. Erfahrung in Mehrseillängenrouten obligatorisch, Routine im alpinen Fels.

Kondition

Ausdauer

Sehr gute Grundkondition für einen langen Hüttenaufstieg (1'400 Hm) und einen Klettertag von 9 bis 12 Stunden. Der Gesamtaufstieg vom Tal zum Gipfel beträgt rund 2'200 Hm.

Programm

Aufstieg: ca. 1’400 Hm – Gehzeit: ca. 5-6 Std. – Anforderung: T4

Treffpunkt ist am Morgen in Bondo im Val Bregaglia. Nach einem gemeinsamen Materialcheck schultern wir die Rucksäcke und starten auf dem 2019 neu angelegten Hüttenweg Richtung Sasc Furä. Der Pfad führt zunächst durch lichten Lärchenwald und über saftige Alpweiden, dann steiler durch Geröll und Granitgelände hinauf zur Hütte.

Mit jedem Höhenmeter wird die Kulisse dramatischer. Die Nordkante des Badile zeigt sich immer klarer und grösser – wer hier zum ersten Mal hochschaut, bekommt ein realistisches Gefühl für das, was morgen kommt. Auf der Sasc Furä angekommen: Ausrüstungskontrolle, Abendessen, Besprechung der Route und der Schlüsselstellen. Frühes Zubettgehen – der Wecker klingelt tief in der Nacht.

Anreise: Mit dem Zug nach Chur, dann Postauto via Maloja nach Bondo. Mit dem Auto via Julier oder Maloja ins Val Bregaglia, Parkplatz in Bondo (kostenlos).

Aufstieg Kletterroute: ca. 800 Hm, 25+ Seillängen bis 5a+ – Abstieg zum Gianetti: ca. 770 Hm – Gesamt-Kletterzeit: ca. 9-12 Std. – Schwierigkeit: TD – 5a+ (5a obligat.)

Noch vor Morgengrauen verlassen wir die Hütte. Im Stirnlampenlicht folgen wir dem Pfad in Richtung «Viäl» und steigen dann über Granitblöcke und erste Platten hinauf zur Scharte auf rund 2’590 m: dem Einstieg.

Die ersten Seillängen führen durch die Ostwand über Bänder und Platten an den Fuss der eigentlichen Kante. Ab hier klettern wir Seillänge für Seillänge aufwärts – immer an der Kante oder dicht daneben. Der Granit ist griffig, strukturiert und verlässlich.

Zwischenstationen: Ziegenrücken (breiter, luftiger Gratbereich), Zürcher Platte (grosse Plattenpassage, Konzentration gefragt), Schlüsselstelle (steile Wandpassage, 6-/A0, mit Bohrhaken gesichert, nach dem Felssturz leicht schwieriger als in älteren Führern beschrieben). Danach eine weitere Wandstelle, zurück an die Kante, und die letzten Seillängen über die Westwand zum Gipfel.

Auf dem Gipfel angekommen: Pause, Panorama, Stille. Dann der Abstieg über die Südseite – abseilend und abkletternd durch die markante Südrinne, rechtshaltend zu einem Wegkreuz auf einem breiten Band, dann durch Kamin und Schlucht mit mehrmaligen Abseilmanövern an Muniringen, bis zum Schneefeld am Wandfuss. Wegloses Blockgelände hinunter zum Rifugio Gianetti: Abendessen, ein kühles Getränk, Rückblick auf einen der grossen Tage.

Variante A (kurz): Abstieg nach Bagni del Masino, Taxi nach Bondo – Abstieg: ca. 1’360 Hm, Gehzeit: ca. 3 Std.

Vom Rifugio Gianetti absteigen ins Val di Mello (IT) hinunter nach Bagni del Masino. Von dort Taxi zurück nach Bondo (ca. 30 Min. Fahrzeit). Die schnellste und bequemste Rückkehr nach einem langen Klettertag.

Variante B (klassisch): Überquerung zweier Pässe zurück nach Bondo – Auf-/Abstieg: ca. 600 Hm / 1’350 Hm, Gehzeit: ca. 6 Std.

Aufstieg vom Gianetti zum Passo Porcellizzo (2’961 m), Abstieg auf die andere Seite, dann Querung des Talkessels zum Passo della Trubinasca (2’701 m): eine kurze Klettersteigpassage führt über den Pass, steil gesichert hinunter, dann durch das Vallun da la Trubinasca zurück zur Sasc Furä und hinunter nach Bondo. Eine anspruchsvolle, aber lohnende Variante mit einem letzten Blick auf das gesamte Bergeller Massiv.

Weitere Infos

Infos

  • IFMGA-zertifizierter Bergführer
  • Spesen Bergführer
  • Tourenplanung, Routenbesprechung und Wetterkonsultation
  • Seilschaft 1:1 oder 1:2
  • Gruppenmaterial
  • Hüttenbuchungen

  • An- und Abreise (Bondo, Val Bregaglia)
  • 2 Übernachtungen mit Halbpension (Cabanna Sasc Furä + Rifugio Gianetti)
  • Taxifahrt Bagni del Masino nach Bondo (Variante A, ca. CHF 50-60 p. Fahrt)
  • Getränke und Mahlzeiten ausserhalb der Halbpension
  • Persönliche Ausrüstung
  • Persönliche Versicherungen (Pflicht)
  • Alles was nicht unter «Inklusive» angegeben ist

Unterkunft

Die Capanna Sasc Furä CAS liegt auf 1’904 m ü. M. auf einer bewaldeten Terrasse über dem Val Bondasca im Bergell (Kanton Graubünden). Das im Besitz der SAC-Sektion Bregaglia befindliche Schutzhaus verfügt über 36 Schlafplätze mit Duvets und dient Alpinisten weltweit als legendäres Basislager für Klettertouren am Piz Badile, insbesondere über die berühmte Nordkante. Der landschaftlich eindrückliche Normalzustieg ab Promontogno oder Bondo überbrückt eine Höhendifferenz von rund 1’070 Metern und erfordert eine Gehzeit von 3,5 Stunden (Schwierigkeit T3).

Die Capanna Sasc Furä Hütte mit dem Piz Badile im Hintergrund

Das Rifugio Luigi Gianetti (auch bekannt als Gianettihütte oder Capanna Luigi Gianetti) liegt auf 2’534 m s.l.m. im Valle Porcellizzo, einem Seitental des Val Masino auf der italienischen Südseite des Bergells. Das im Besitz des Club Alpino Italiano (CAI) befindliche, gemauerte Schutzhaus bietet während der Sommersaison von Mitte Juni bis Ende September 78 bewirtschaftete Schlafplätze sowie einen ganzjährig zugänglichen Winterraum mit 12 Lagern im direkt dahinterliegenden Biwak Capanna Attilio Piacco. Der reguläre und rein fussläufige Zustieg startet im italienischen San Martino (Val Masino) und führt in rund 3 bis 3,5 Stunden steil hinauf zur Hütte (Schwierigkeit T2 bis T3). Die Hütte dient als zentraler Stützpunkt für anspruchsvolle Klettertouren an den Granitwänden von Piz Badile und Piz Cengalo sowie als zweites Etappenziel auf dem berühmten alpinen Höhenweg Sentiero Roma.

Bekleidung / Ausrüstung

  • Kletterhelm (obligatorisch)
  • Leichte Softshell- oder Fleecejacke (für Zustieg und Gipfel)
  • Winddichte Schicht (der Grat ist oft luftig)
  • Leichte Kletterhose oder Trekkinghose
  • Kletterschuhe (Allround, nicht zu weich)
  • Bergschuhe (für Zustieg, Abstieg und Gipfelabschnitt)
  • Handschuhe (dünne Kletterhandschuhe oder Liner)
  • Mütze und Sonnenbrille

  • Klettergurt
  • Helm
  • Klettersteigset (für Abstieg über Variante B)
  • 3-4 Schraubkarabiner
  • Bandschlingen 60 cm und 120 cm (je 2)
  • Abseilgerät und Prusikschlinge
  • Kletterschuhe und Bergschuhe

  • Sonnen- und Lippenschutz
  • Thermosflasche und Trinkflasche
  • Hüttenschlafsack (Sasc Furä und Gianetti)
  • Rucksack 20-30 l (leicht halten – jedes Gramm zählt)
  • Stirnlampe
  • Energieriegel, Gels und Verpflegung für den langen Klettertag

  • Klettergurt CHF 30.-
  • Helm CHF 30.-
  • Abseilgerät CHF 20.-

FAQ

Die Nordkante wird mit TD (très difficile) bewertet. Die maximale Schwierigkeit liegt bei 5a+ UIAA (obligatorisch 5a). Der überwiegende Teil der Route bewegt sich im 3. und 4. Grad. Die Route ist technisch moderat, fordert aber solide Vorsteigerfahrung, Routine in alpinen Mehrseillängenrouten und eine hohe Ausdauerleistung über 9 bis 12 Stunden.

Die Route hat eine Kletterlänge von rund 1’200 m (ca. 25 Seillängen) und überwindet rund 800 Höhenmeter zwischen dem Anseilplatz auf ca. 2’590 m und dem Gipfel auf 3’308 m.

Die technisch anspruchsvollste Stelle ist eine steile Wandpassage kurz nach der Zürcher Platte. Sie wurde durch einen Felssturz in den vergangenen Jahren leicht schwieriger und ist derzeit mit 6-/A0 zu bewerten. Zwei Bohrhaken sichern die Stelle. Weiter oben folgt eine zweite schwierige Wandpassage zurück an die Kante – beide Stellen sind fest eingerichtet.

Die Nordkante folgt dem Kantengrat rechts der Nordwand – technisch zugänglich bis 5a+. Die Cassin-Route (Nordwand-Route) führt direkt durch die steilste Partie der Nordwand und gilt mit TD+ und Stellen bis 5c als eine der sechs klassischen grossen Nordwände der Alpen – erheblich schwieriger und deutlich ernster als die Nordkante.

Beim Bergsturz vom Piz Cengalo im September 2017 wurden weite Teile des Val Bondasca unter Schuttmassen begraben. Der alte Hüttenweg verlief durch diesen Bereich und ist seither gesperrt. Seit 2019 existiert ein neu angelegter, sicherer Weg, der die Gefahrenzone umgeht. Der Aufstieg dauert damit rund 5 bis 6 Stunden statt früher 3 bis 4.

Die optimale Saison liegt zwischen Mitte Juli und Mitte September. Im Frühsommer sind die Platten oft noch mit Eis- oder Firnresten bedeckt. Im Hochsommer ist der Fels in der Regel trocken, aber die Gewittergefahr ist am grössten: Frühstart (03:00-04:00 Uhr ab Hütte) ist zwingend, um vor dem Nachmittagsgewitter vom Gipfel zu sein.

Du solltest als Vorsteiger sicher in Grad IV klettern, als Nachsteiger in Grad IV+/4b. Erfahrung in Mehrseillängenrouten (mindestens 10+ Seillängen) ist obligatorisch. Selbständiges Sichern und Abseilen wird vorausgesetzt. Eine gute Vorbereitung sind mehrtägige Klettertouren in den Alpen – z.B. Punta Albigna, Gemelli-Nordkante oder ähnliche Bergeller Klassiker.

Der Normalabstieg führt über die Südwand in mehreren Abseilpassagen hinunter zum Rifugio Gianetti auf der italienischen Seite. Vom Gianetti gibt es zwei Möglichkeiten zurück nach Bondo: ein kurzer Abstieg nach Bagni del Masino mit Taxi, oder eine lange Passwanderung über Passo Porcellizzo (2’961 m) und Passo della Trubinasca (2’701 m) zurück in die Schweiz, ca. 6 Stunden.

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