Grundkenntnisse in Hochtouren und Mehrseillängenrouten von Vorteil. Klettern bis Grad III obligatorisch, einzelne Stellen bis 4c. Routine mit Steigeisen auf Gletschergelände, Erfahrung mit Abseiltechnik (Abseilpiste im Abstieg).

Der Galenstock (3’586 m) steht auf der Grenze der Kantone Uri und Wallis, weit sichtbar über dem Furkapass mit seiner markanten weissen Firnwächte. Er ist einer jener Berge, die man von der Passstrasse aus sieht und sich fragt, wie man da überhaupt hinaufkommt. Die Antwort: über den Südostsporn – eine kombinierte Hochtour und Grat-Klettertour durch besten Urner Granit, goldig-gelb, grobkörnig, griffig, auf festem Fels mit fantastischen Tiefblicken in die Berner und Walliser Alpen. Die Route vereint alles, was eine alpine Klettertour gross macht: einen kurzen aber direkten Hüttenweg zur familiär bewirtschafteten Sidelenhütte, einen spaltenreichen Gletscherzustieg, abwechslungsreiche Gratkletterei im zweiten bis dritten Grad, einen abschliessenden Firngrat zum Gipfelkreuz – und als Abschluss eine Abseilpiste durch die senkrechte Galengrat-Verschneidung zurück auf den Gletscher.
CHF 720.00

Der Galenstock ist der vierthöchste Berg der Urner Alpen – und einer der am wenigsten beachteten für das, was er zu bieten hat. Wer die Normalroute ab dem Belvedère kennt, weiss, dass sie technisch relativ unkompliziert ist. Wer aber einmal den Südostsporn gegangen ist, kommt mit einem ganz anderen Eindruck zurück: griffige Risse, Schuppen und Zacken in makellosem Urnergranit, ein Grat, der konsequent nach oben zieht, Tiefblicke auf den Sidelengletscher und das Gletscherbecken – und am Ende die Schneewächte des Gipfels, die im Gegenlicht leuchtet.
Der Urner Granit rund um den Furkapass gilt unter Kletterern als einer der besten und verlässlichsten Felssorten der Alpen: goldig-gelb, grobkörnig, strukturreich. Er hält, was er verspricht. Das Sidelengebiet ist mit dem Galenstock, dem Gross Furkahorn, dem Gletschhorn und dem Chli Bielenhorn ein Konzentrat von lohnenden alpinen Kletterzielen – wenig begangen, gut bewirtschaftet über die familiäre Sidelenhütte, und ohne den Massentourismus der bekannteren Walliser Stationen.
Ausgangspunkt jeder Tour auf den Galenstock-Südostsporn ist die Sidelenhütte (2’708 m). Wer von der Bushaltestelle Sidelenbach am Furkapass aufbricht, erreicht sie in knapp einer Stunde über ein Hochmoor und einen steilen Moränenhang – kurz, direkt, überschaubar. Die Hütte ist familiär bewirtschaftet und für ihre Küche bekannt. Wer die feinen Kuchen und Wähen noch nicht probiert hat, versäumt etwas. Von der Terrasse aus öffnet sich der direkte Blick auf den Sidelengletscher, das Gross Bielenhorn und den markanten Felspfeiler des Südostsporns.
Früh morgens verlassen wir den Furkapass. Über dem Hüttenweg und später Blockgelände steigen wir zum Gletscherfuss ab und legen die Steigeisen an. Der Sidelengletscher ist stark verspaltet – die Route führt zwischen grossen Spalten hindurch und erfordert eine echte Seilschaft mit Blick für das Gelände. Auf rund 2’870 m verlassen wir die Aufstiegsspur in Richtung Galengrat-Verschneidung und folgen der Rampe nach Nordosten, direkt auf den markanten Sporn zu.
Der Einstieg ist etwas mühsam zu finden: nicht der Eisenplatte auf der linken Seite folgen, sondern durch die Blöcke auf der rechten Seite. Ab dem Kantenrand beginnt die eigentliche Kletterei: Blockkletterei im zweiten und dritten Grad, abwechselnd mit kurzen Gehpassagen und immer wieder freien Ausblicken in das weite Gletscherbecken unter uns. Nach rund 1.5 Stunden Kletterei endet der Felsabschnitt am Ausstieg des Sporns bei Punkt 3’365 m.
Hier wechseln wir zurück in die Steigeisen und treten auf den abschliessenden Firngrat über. Die Schneewächte des Galenstocks ist aus diesem Blickwinkel eindrücklich: ein breites, weisses Dach über dem Gipfelkamm. Wir umgehen die Wächte weiträumig und steigen auf den höchsten Punkt auf.
3’586 m. Walliser Alpen im Süden, Berner Alpen im Norden und Westen, der Rhonegletscher unter dem Belvedère – und in der Ferne, an klaren Tagen, das Weisshorn, das Matterhorn, das Finsteraarhorn. Der Abstieg führt über die eingerichtete Abseilpiste westlich der Galengrat-Verschneidung, mit roten Markierungen und Ständen in ca. 25-m-Abständen. Rund 7 Seillängen steil und senkrecht durch die Verschneidung, dann wieder auf den Sidelengletscher und zurück zur Hütte.
Grundkenntnisse in Hochtouren und Mehrseillängenrouten von Vorteil. Klettern bis Grad III obligatorisch, einzelne Stellen bis 4c. Routine mit Steigeisen auf Gletschergelände, Erfahrung mit Abseiltechnik (Abseilpiste im Abstieg).
Gute Grundkondition für einen langen Klettertag ab Hütte. Gesamte Kletter- und Gehzeit ca. 9 Stunden.
Anreise: Mit dem Postauto ab Andermatt oder Gletsch über den Furkapass bis Haltestelle Sidelenbach. Mit dem Auto über den Furkapass, Parkplatz Sidelenbach (wenige Plätze, frühzeitig anreisen).
Früh am Morgen verlassen wir den Sidelenbach auf dem Furkapass (ca. 2’270 m). Der Hüttenweg führt zunächst durch ein stilles Hochmoor, dann über einen steilen Moränenrücken direkt hinauf zur Sidelenhütte. Knapp eine Stunde, wenig Gepäck – der Rucksack bleibt bewusst leicht.Von dort über Blockgelände zum Gletscherfuss, Steigeisen anlegen, anseilen. Ab hier bewegen wir uns auf echtem Gletschereis: der Sidelengletscher ist stark von Spalten durchzogen – die Route windet sich zwischen ihnen hindurch und verlangt aufmerksames Begehen in der Seilschaft.
Auf rund 2’870 m verlassen wir die Richtung Galengrat-Verschneidung und folgen der Rampe nach Nordosten direkt auf den Südostsporn zu. Einstieg: rechts durch die Blöcke, nicht der Eisenplatte links folgen. Ab dem Kantenrand beginnt die Kletterei – griffige Blockkletterei und Risse im zweiten und dritten Grad, abwechselnd mit kurzen Gehpassagen, immer wieder freie Tiefblicke in das Gletscherbecken.
Nach rund 1.5 bis 2 Stunden Kletterei erreichen wir bei Punkt 3’365 m das Ende des Felsabschnitts. Steigeisen wieder an, auf den Firngrat wechseln. Die Schneewächte des Galenstocks baut sich vor uns auf – wir umgehen sie weiträumig und steigen zum Gipfel auf 3’586 m auf.
Für den Abstieg folgen wir der eingerichteten Abseilpiste westlich der Galengrat-Verschneidung – rote Markierungen, Stände alle ca. 25 m, rund 7 Seillängen senkrecht durch die Verschneidung. Dann auf den Sidelengletscher, zurück über Blockgelände zur Hütte. Pause, Kaffee, die feinen Wähen der Hüttenküche – dann der kurze Abstieg hinunter zum Furkapass.
Der Galenstock ist 3’586 m hoch und liegt auf der Grenze der Kantone Uri und Wallis, direkt nördlich des Furkapasses. Er ist der vierthöchste Gipfel der Urner Alpen und wurde erstmals am 18. August 1845 durch Eduard Desor und Daniel Dollfuss mit ihren einheimischen Bergführern bestiegen
Der Südostsporn (SE-Sporn) ist eine kombinierte Grat- und Kletterroute auf den Galenstock über den Sidelengletscher. Die Route führt vom Gletscherfuss über eine markante Felsrippe und einen griffigen Granitgrat im zweiten und dritten Grad (einzelne Stellen IV) bis auf Punkt 3’365 m. Von dort folgt ein kurzer Firngrat mit Steigeisen zum Gipfelkreuz. Der SE-Sporn gilt als die schönste und abwechslungsreichste Route auf den Galenstock.
Die Abseilpiste befindet sich westlich der Galengrat-Verschneidung und ist der eingerichtete Standardabstieg vom SE-Sporn. Sie ist mit roten Markierungen klar gekennzeichnet, die Standplätze liegen in Abständen von ca. 25 m. Mit 50-m-Halbseilen kann jeder zweite Stand ausgelassen werden. Insgesamt rund 7 Seillängen direkt durch die senkrechte Verschneidung zurück auf den Sidelengletscher
Der Urner Granit rund um den Furkapass gilt zu den qualitativ besten Klettergesteinen der Alpen: grobkörnig, goldig-gelb, mit natürlichen Strukturen aus Rissen, Schuppen, Leisten und Zacken – in der Regel fest und verlässlich. Im Vergleich zu Kalk ist er rauer im Griff, bietet aber sehr solide Sicherungsmöglichkeiten und trocknet nach Regen rasch ab
Absolut. Die Tour bietet auf kompaktem Raum alle wichtigen alpinen Elemente: Gletschergelände, Felsklettern im dritten Grad, Firngrat und Abseilen. Sie ist lang genug, um einen realistischen Eindruck der eigenen Form zu bekommen – aber kurz genug, um am nächsten Tag für grössere Ziele frisch zu bleiben.
Die optimale Saison läuft von Juli bis September. Im Frühsommer können Schneereste im Zustieg und auf dem Firngrat die Tour verlängern und anspruchsvoller machen. Im Hochsommer ist der Fels in der Regel trocken und der Sidelengletscher gut begehbar. Nachmittagsgewitter sind im Hochsommer möglich – ein früher Start ist Grundvoraussetzung.
Neben dem Galenstock SE-Sporn sind besonders der Südostgrat des Gross Furkahorns, das Chli Bielenhorn (W-Grat) und das Gletschhorn lohnende Ziele. Wer mehr Zeit mitbringt, kann mehrere dieser Touren im Rahmen eines mehrtägigen Programms verbinden. Wir unterstützen dich gerne bei der Planung von weiteren Touren im Gebiet.
Ausgangspunkt ist die Postauto-Haltestelle Sidelenbach auf der Furkapassstrasse (ca. 2’270 m). Der Weg führt durch ein Hochmoor und über einen steilen Moränenrücken zur Sidelenhütte auf 2’708 m in rund 1 Stunde (ca. 420 Hm). Mit dem Postauto ab Andermatt oder Gletsch erreichbar, mit dem Auto über den Furkapass (wenige Parkplätze beim Sidelenbach).