Routine im Mehrseillängenklettern und sicheres Sichern auf Klettertouren vorausgesetzt. Nachklettern bis zum 5. Grad (5b+). Kondition für einen dreistündigen Zustieg, neun Seillängen und den Abstieg am selben Tag.

Das Zervreilahorn (2’898 m) wird im Valsertal das «Matterhorn von Vals» genannt – und wer einmal vor ihm steht, versteht sofort warum. Markant, stolz und weithin sichtbar ragt es über dem türkisfarbenen Zervreilasee auf, scharf und unverwechselbar. Der Nordostgrat ist die eleganteste Route auf diesen Gipfel: neun Seillängen auf festem, reibungsreichen Fels, abwechslungsreiche Linienführung, nie extrem schwierig aber durchgehend spannend, luftig und lohnend. Der Zustieg dauert rund drei Stunden – wer möchte, kann ihn teilweise mit dem (E-)Mountainbike verkürzen. Was folgt, ist eine der schönsten eintägigen Klettertouren Graubündens, abseits der bekannten Routen, in einer Landschaft, die mit dem Thermalbad Vals und dem türkisfarbenen Stausee ohnehin einen eigenen Charakter hat. Den Abschluss bildet ein kühles Getränk in einem der Gasthäuser von Vals.
CHF 490.00

Das Valsertal ist vor allem für sein Thermalwasser bekannt – und für den Architekten Peter Zumthor, dessen Therme Vals einen stillen Dialog mit Stein und Wasser führt. Was weniger bekannt ist: hinter dem Stausee, wo das Tal sich verengt und die Felsen aufsteigen, steht mit dem Zervreilahorn eines der charaktervollsten Kletterziele Graubündens. Wer dort hinaufschaut und die Kontur des Nordostgrats mit dem Auge nachfährt, findet schnell die Linie: klar, steil, direkt, elegant.
Der Fels überrascht. Wer Bündner Granit kennt, weiss was das bedeutet – fantastische Reibung, gute Griffe, strukturreiches Gestein, das sich festhält wie kaum ein anderes. Die neun Seillängen führen stetig dem Nordgipfel entgegen, immer an der oder knapp neben der Kante. Es gibt keine extreme Stelle, die alles andere in den Schatten stellt – stattdessen eine konstante Spannung, eine gleichmässige Freude von der ersten bis zur letzten Länge.
Oben angekommen belohnt das Zervreilahorn mit einem Rundblick über das Valsertal, den türkisfarbenen Stausee tief unten und die Gipfelwelt ringsum. Es ist kein Panorama mit Viertausender-Garantie – aber eines, das einem das Valsertal in seiner vollen Tiefe zeigt.
Vom Parkplatz Chäppeli oberhalb von Vals steigen wir rund drei Stunden zum Wandfuss auf. Bei passender Gelegenheit – und wenn jemand ein (E-)Mountainbike dabei hat – lässt sich der Weg abkürzen und fast eine Stunde Zeit sparen. Die rund 850 Hm Zustieg sind konditionell anspruchsvoll, aber der Weg führt durch das stille, landschaftlich schöne Hintertal und bereitet die Augen und den Körper auf das vor, was kommt.
Am Wandfuss: Gurt anlegen, Helm auf, Helm kontrollieren, erste Seillänge. Ab hier gehört die Tour dem Fels.
Der Abstieg erfolgt über die eingerichtete Abseilroute «Nanouk» – abseilend zurück zum Wandfuss. Von dort geht es zu Fuss (und wer mag mit dem Bike) zurück zum Parkplatz. Zum Abschluss empfehlen wir einen Stopp in einem der Gasthäuser in Vals: das Bier oder der Kaffee nach einer solchen Tour schmecken selten besser.
Routine im Mehrseillängenklettern und sicheres Sichern auf Klettertouren vorausgesetzt. Nachklettern bis zum 5. Grad (5b+). Kondition für einen dreistündigen Zustieg, neun Seillängen und den Abstieg am selben Tag.
Gute Ausdauer für 1'200 Hm Aufstieg und 8-10 Stunden Gesamtzeit. Der lange Zustieg macht einen grossen Teil der körperlichen Anforderung aus.
Gesamthöhenmeter: ca. 1’200 Hm Auf- und Abstieg – Gesamtzeit: ca. 8-10 Std. – Kletterroute: 9 Seillängen bis 5b+ – Schwierigkeit: TD- / 5b+
Treffpunkt ist um 07:00 Uhr beim Parkplatz Chäppeli oberhalb von Vals. Nach einem kurzen Materialcheck starten wir gemeinsam den Zustieg. Wer ein (E-)Mountainbike mitbringt, kann den unteren Teil des Wegs damit befahren – das spart bis zu einer Stunde und schont die Kraft für die Kletterei.
Nach rund drei Stunden Aufstieg und ca. 850 Hm erreichen wir den Wandfuss des Nordostgrats. Gurt anlegen, Helm auf, einbinden. Die erste Seillänge führt in den Fels: griffig, warm, strukturiert. Der Bündner Granit empfängt mit fantastischer Reibung. In neun Seillängen bewegen wir uns stetig dem Nordgipfel entgegen – nie extrem schwierig, aber durchgehend spannend und luftig.
Auf dem Gipfel angekommen: Blick über den türkisfarbenen Zervreilasee, ins Valsertal und auf die Gipfelwelt ringsum. Eine kurze Pause, dann beginnt der Abstieg über die Nanouk-Route – abseilend zurück zum Wandfuss. Von dort zu Fuss und, wer will, per Bike zurück nach Vals.
Anreise: Mit dem Auto über Ilanz ins Valsertal nach Vals. Parkplatz Chäppeli oberhalb von Vals. Mit dem ÖV bis Vals (Bus ab Ilanz, ca. 40 Min.), dann ca. 20 Min. zu Fuss zum Parkplatz.

Das Zervreilahorn (2’898 m) ist der markanteste Gipfel über dem Zervreilasee im Valsertal, Kanton Graubünden. Es wird wegen seiner charakteristischen Pyramidenform oft als «Matterhorn von Vals» bezeichnet. Der Nordostgrat ist die bekannteste und schönste Kletterroute auf diesen Gipfel.
Die Route wird mit TD- (très difficile minus) bewertet. Die maximale Schwierigkeit liegt bei 5b+ UIAA im Nachstieg. Der überwiegende Teil der neun Seillängen bewegt sich zwischen 4a und 5a. Die Route ist durchgehend spannend, nie extrem – aber Routine im Mehrseillängenklettern und Kondition für den langen Zustieg werden vorausgesetzt.
Vom Parkplatz Chäppeli oberhalb von Vals dauert der Zustieg zum Wandfuss rund 3 Stunden bei ca. 850 Hm. Mit einem (E-)Mountainbike auf dem unteren Teil des Wegs kann diese Zeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden – das lohnt sich besonders bei sommerlichen Temperaturen.
Die Nanouk-Route ist die eingerichtete Abseilpiste am Zervreilahorn, über die der Abstieg nach der Gipfelbesteigung erfolgt. Sie führt abseilend zurück zum Wandfuss und ist mit Ständen ausgerüstet. Die Route ist gut eingerichtet und effizient zu begehen.
Die optimale Saison ist Juli bis September. Der Fels am Zervreilahorn trocknet nach Regen rasch ab. Früh starten ist wichtig – Nachmittagsgewitter sind im Valsertal im Hochsommer möglich.
Nein. Ein (E-)Mountainbike ist optional, aber praktisch – es verkürzt den Zustieg und spart Kraft für die Kletterei. Wer keins hat, geht den ganzen Weg zu Fuss. Beides ist gut machbar.