Salbit Südgrat mit Bergführer

Abseilen von der Gipfelnadel am Salbitschijen

Der Salbitschijen (2’985 m) ist eine Felsbastion im Göschenertal. Von der drei zackige Gratarme aus bombenfestem Urner Granit nach Osten, Süden und Westen ausgreifen. Der Westgrat gilt mit 36 Seillängen und Stellen bis 6b als einer der grössten und schwierigsten Gratklettertouren weltweit. Der Südgrat ist das zugänglichere, aber in keiner Weise weniger eindrückliche Gegenstück: rund 20 Seillängen auf griffigstem Granit. Kühne Linien über Risse, Schuppen und Kanten. Türme und Abseilstellen. Ausgesetzte Gratpassagen, und als krönenden Abschluss die freistehende, fotogene Gipfelnadel. Der Gebietsführer bezeichnet den Südgrat als «die schönste Granit-Gratkletterei der Alpen. Eine wahre Sinfonie in Fels. Unvergesslich. Einmalig und weltberühmt.» Wer einmal auf dieser Linie war, versteht, warum dieser Satz seit Jahrzehnten unwidersprochen geblieben ist.

  • 15.06.2026 – 31.10.2026
  • 2 Tage
  • Göschenen, Schweiz
  • 1-2 Teilnehmende

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CHF 1'290.00

Davide Guzzardi
Fragen? Davide hilft gerne weiter
Beschreibung

Anforderungen

Technik

Klettererfahrung

Routiniertes Klettern im fünften Grad obligatorisch. Vorstiegserfahrung in Mehrseillängenrouten bis Grad 5a+ vorausgesetzt. Sicheres Abseilen und eigenständige Standplatztechnik. Die maximale Schwierigkeit liegt bei 5b (eine Stelle 5c+. kann mit A0 reduziert werden).

Kondition

Ausdauer

Sehr gute Ausdauer für einen langen Klettertag mit 1'000 Hm Aufstieg und 8.10 Stunden Kletterzeit. Plus zusätzlichem Abstieg am zweiten Tag. Hüttenzustieg 2.5 Std. am Vortag.

Programm

Hüttenaufstieg: ca. 910 Hm. Gehzeit: ca. 2.5 Std. Anforderung: T3

Wir treffen uns am Parkplatz Ulmi (1’195 m) im Göschenertal, gut erreichbar ab Göschenen (2.5 km taleinwärts, eingezäunter Parkplatz nach dem ersten Weiderost). Nach einem ersten Materialcheck und der Überprüfung der Ausrüstung starten wir gemeinsam den Hüttenweg entlang.

Der Aufstieg führt durch das hintere Göschenertal zunächst durch lichten Wald und offene Weiden, dann zunehmend steiler durch Felsgelände hinauf zur Salbithütte. Auf der Hütte angekommen: Zimmerbezug, kurze Pause. Wer noch Energie hat, kann ein kurzes Einklettern an den Felsen der Gemsplanggen direkt neben der Hütte angehen. Hier lässt sich der Urner Granit bestens kennenlernen. Griffcharakter, Reibung, Risse: eine perfekte Vorbereitung auf den nächsten Tag. Am Abend Tourenbesprechung und Routenplanung. Wettercheck. Hausgemachter Génépi auf der Hüttenterrasse. Die Gipfelnadel direkt vor Augen.

Anreise: Zug nach Göschenen (Gotthard-Linie). Bus oder Taxi ins Göschenertal bis Parkplatz Ulmi. Alternativ mit dem Auto via Andermatt oder Göschenen ins Göschenertal.

Kletterer am Gemsplanggenstock

Kletterzeit: ca. 8.10 Std. Seillängen: ca. 20-25 (inkl. Takala). Schwierigkeit: TD. 5b (5a+ obligat.)

Der Wecker klingelt früh. Um auf dem Südgrat flüssig voranzukommen, braucht man Zeit und keinen Stau. Beides ist nur früh morgens garantiert. Vom Hüttenausgang folgen wir dem Weg linkshaltend in Richtung Salbitschijen. Bei einem grossen Block geht es über einen Aufschwung geradeaus hoch zum Einstieg der Takala. Eine gute Stunde von der Hütte entfernt.

Takala (5 Seillängen. max. 5c. 5a obligat.): Der Einstieg ist mit einem kleinen Metallschild markiert. Die Sicherung der Takala ist sehr gut. Bohrhaken, griffiger Granit, die Seillängen bauen flüssig aufeinander auf. Wer hier in Fahrt kommt, ist bereit für das, was folgt.

Ab der Zahnscharte beginnt der Hauptteil des Südgrats. Der Grat zieht konsequent nach oben: Risse, Platten, Schuppen, Kanten, abwechselnd mit kurzen Abseilabschnitten. Alle Schlüsselstellen sind mit Bohrhaken gesichert. An den Ständen gibt es grosse Ringhaken. Der Fels ist makellos. Der Charakter der Route wechselt: erst kompakter, dann plattiger. Dann wieder rissiger. Es wird nie monoton.

Der Zwillingsturm ist die markanteste Wegmarke: spektakulärer Abseilmoment zwischen zwei Felstürmen, dann zwei weitere Seillängen. Dann erneutes Abseilen auf ein breites Band. Leichtes Gehgelände führt zum Gipfelaufbau. Die vorletzte Seillänge (5+) verlangt volle Aufmerksamkeit. die letzte Seillänge führt durch schöne Platten- und Risskletterei zum Ausstieg der Route.

Dann die Gipfelnadel: eine kurze Seillänge. Grad 5a, luftig und ausgesetzt. Wenige Haken. Ein bisschen Mut notwendig. Oben: Uri. Wallis. Berner Alpen. Und weit unten das Göschenertal. Der Abseil von der Nadelspitze. Überhängend und mit freiem Blick ins Tal, gehört zu den einprägsamsten Momenten, die ein Alpinkletterer erlebt.

Abstieg über den Couloir nach Norden: rote Markierungen, ein wenig Fixseile. Zurück an der Salbithütte: Pause. Essen. Rückblick nach oben. Um dann den abschliessenden Abstieg in Angriff zu nehmen.

Kletterer am Salbit Südgrat

Weitere Infos

Infos

  • IFMGA-zertifizierter Bergführer oder Kletterlehrer
  • Spesen Bergführer
  • Tourenvorbereitung. Routenbesprechung und Wetterkonsultation
  • Seilschaft 1:1 oder 1:2
  • Einklettereinheit an der Gemsplanggen am ersten Tag
  • Gruppenmaterial
  • Buchung Hütte

  • An- und Abreise (Göschenertal)
  • Übernachtung Salbithütte SAC inkl. Halbpension
  • Getränke und Mahlzeiten ausserhalb der Halbpension
  • Persönliche Ausrüstung
  • Versicherungen (pflicht)
  • Alles was nicht unter «Inbegriffen» angegeben ist

Unterkunft

Die Urige Salbithütte ist ein Muss für Kletterer aus aller Welt. Sie dient als Treffpunkt und Übernachtungsmöglichkeit für Touren im Gebiet des Salbitschijen, im herzen der Urner Granitwelt.

Salbithütte mit dem Salbitschijen im Hintegrund

Bekleidung / Ausrüstung

  • Kletterhelm (obligatorisch)
  • Leichte Softshell. oder Fleecejacke (für Zustieg. Hütte und Gipfel)
  • Winddichte Schicht (auf der Kante oft luftig)
  • Leichte Kletterhose
  • Kletterschuhe (Allround)
  • Leichte Bergschuhe (für Zustieg. Abstieg und Couloir)
  • Handschuhe (dünn. Für den Abstieg und kühle Gratstellen)
  • Mütze und Sonnenbrille

  • Klettergurt
  • Helm
  • 3.4 Schraubkarabiner
  • Bandschlingen 60 cm und 120 cm (je 2.3)
  • Abseilgerät und Prusikschlinge
  • 4.5 Expressschlingen

  • Sonnencreme und Lippenpflege
  • Thermosflasche und Trinkflasche
  • Hüttenschlafsack
  • Rucksack 20-30 l (so leicht wie möglich für den Klettertag)
  • Stirnlampe
  • Energieriegel und Verpflegung für 8.10 Stunden

  • Klettergurt CHF 30-
  • Helm CHF 30-
  • Abseilgerät CHF 20-

FAQ

Der Südgrat wird mit TD (très difficile) bewertet. Die maximale Schwierigkeit liegt bei 5b UIAA (eine Stelle 5c+. die mit kurzem Ziehen am Haken auf 5a+ reduziert werden kann). Die obligatorischen Schwierigkeiten, also das, was man als Vorsteiger sicher beherrschen muss, liegen bei 5a+. Der überwiegende Teil der Route bewegt sich zwischen 4b und 5b. Das klingt moderat: auf 20 Seillängen über einem langen, exponierten Grat aber, fordert jede Stelle volle Aufmerksamkeit.

Der Südgrat ist die Kernroute: rund 15 Seillängen auf dem Hauptgrat von der Zahnscharte bis zur Gipfelnadel. Die Takala ist ein neuerer Einstieg mit 5 zusätzlichen Seillängen (max. 5c. 5a obligat.). Der vom damalige Salbithüttenwirt Hans Berger kreiert wurde und den Originalzustieg ersetzt oder ergänzt. Der Super-Südgrat kombiniert Takala, Südgrat und die Direkte Südwand (5 Seillängen. bis 6a) zu einer Gesamttour von rund 25 Seillängen. Wir klettern in der Regel die Takala-Variante als optimale Kombination aus Qualität und Aufwand.

Die Gipfelnadel ist der freistehende, exponierte Felsturm am Ende des Südgrats. Sie ist eine einzelne Seillänge im max. Grad 5a, und sieht von unten beeindruckender aus als sie technisch ist. Der Abseiler von der Nadelspitze verläuft überhängend und mit direktem Tiefblick ins Göschenertal, ist einer der spektakulärsten Abseilmomente in den Schweizer Alpen. Die Gipfelnadel ist das fotografische Wahrzeichen des Salbitschijen und das krönende Finale des Südgrats.

Die Salbithütte (2’105 m) wird ab dem Parkplatz Ulmi (1’195 m) im Göschenertal in rund 2.5 Stunden erreicht. Der Parkplatz liegt 2.5 km ab Göschenen taleinwärts (eingezäunter Parkplatz nach dem ersten Weiderost). Mit dem Zug: ab Göschenen (SBB Gotthard-Linie) Bus oder Taxi. Der Weg zur Hütte ist gut markiert und durchgängig auf T3.Niveau.

Du solltest sicher im Vorsteigen bis Grad 5a klettern, Erfahrung in Mehrseillängenrouten mit mindestens 10-15 Seillängen haben. eigenständig Standplätze einrichten und abseilen können. Reines Sportklettern in der Halle ohne alpine Erfahrung reicht nicht aus. Empfohlene Vorbereitung: mehrere geführte oder selbständige Mehrseillängenrouten in den Alpen (z.B. Gemsplanggen, Galenstock, oder ähnliche Urner Granittouren). Gerne bereiten wir dich auf diese grosse Tour auf Vorbereitungstouren vor.

Die Kombination macht ihn aus: kompakter Zustieg zur Hütte. Griffiger Urner Granit allerbester Qualität. Eine logische, konsequente Linie über eine lange Reihe von Türmen und Abseilstellen, und als Abschluss die freistehende Gipfelnadel mit spektakulärem Abseil. Dazu eine Hütte mit echter Atmosphäre und kurze Abstände zwischen Aufstieg, Tour und Abstieg.

Ja. Besonders an Wochenenden im Hochsommer kann es an der Zahnscharte und an einzelnen Stellen zu Wartezeiten kommen. Genau deshalb arbeiten wir mit maximal 2 Teilnehmern pro Bergführer und starten früh. Wer zuerst am Einstieg ist, hat die Route für sich. Mit einer Privatführung hat man ausserdem die Flexibilität, bei Wartezeiten Seilschaften überholen zu lassen oder Pausen zu optimieren.

Der Westgrat ist mit 36 Seillängen und Stellen bis 6b der technisch schwerste und längste der drei Grate. Er gilt als einer der grössten alpinen Grattouren weltweit und bleibt sehr erfahrenen Alpinisten vorbehalten. Der Südgrat ist mit rund 20 Seillängen kürzer, technisch zugänglicher (5b. 5a+ obligat.) und für starke Kletterer mit gutem Mehrseillängenfundament realistisch. Der Ostgrat ist die leichteste Option (5a. 4c obligat.) und eignet sich als Einstieg ins Salbitmassiv.

Ja. Es gibt mehrere Ausstiegsmöglichkeiten vom Grat. Sie sind aber nicht immer offensichtlich und sollten vorab mit dem Bergführer besprochen werden. An einigen Stellen besteht die Möglichkeit, auf Bänder auszusteigen und ins Abstiegsgelände zu wechseln.

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