Matterhorn Hörnligrat mit Bergführer

Sonnenuntergang am Matterhorn

Das Matterhorn (4’478 m) braucht keine Einleitung. Es ist der bekannteste Berg der Welt – eine freistehende Pyramide aus Fels und Eis, die seit der Erstbesteigung am 14. Juli 1865 durch Edward Whymper und seine Seilschaft nichts von ihrer Faszination verloren hat. Für viele Alpinisten ist es das ultimative Ziel einer langen Laufbahn. Der Normalweg über den Hörnligrat ist technisch anspruchsvoll, ausgesetzt und lang – kein Berg, den man «mal eben» mitnimmt. Er verlangt exzellente Kondition, solide Klettererfahrung im vierten Grad, absolute Vertrautheit mit Steigeisen und Seil in kombiniertem Gelände, und eine Portion Erfahrung auf vergleichbaren Bergzielen. Wer diese Voraussetzungen mitbringt und sich mit einem IFMGA-Bergführer auf den Weg macht, erlebt einen der grössten Tage des Alpinismus.

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Davide Guzzardi
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Beschreibung

Anforderungen

Technik

Kletter- und Hochtouren-Erfahrung

Sehr umfangreiche Hochtourenerfahrung zwingend. Sicheres Klettern bis Grad IV im Nachstieg, flüssige Bewegung in ausgesetztem Fels- und Firngelände. Routine mit Steigeisen auf steilem Gelände. Mehrere absolvierte ZS-Hochtouren Voraussetzung.

Kondition

Ausdauer

Ausserordentliche Ausdauer für einen langen Gipfeltag: 1'200 Hm Aufstieg und 1'200 Hm Abstieg ab der Hörnlihütte, Gesamtgehzeit ab Hütte 8-10 Stunden. Tempo ca. 400 Hm/h.

Programm

Aufstieg zur Hütte: ca. 400 Hm – Gehzeit: ca. 2 Std. – Anforderung: T3

Wir treffen uns am Vormittag in Zermatt. Nach einem ersten Materialcheck nehmen wir die Seilbahn auf den Schwarzsee (2’583 m) und steigen von dort auf gut markiertem Weg zur Hörnlihütte auf. Die Hütte liegt direkt unter dem Hörnligrat – wer hier ankommt und nach oben schaut, sieht die gesamte Aufstiegsroute. Wir besprechen jeden Abschnitt, jeden Schlüsselpunkt, und die Zeitplanung für den nächsten Morgen.

Abendessen auf der Hütte, frühzeitig schlafen. Der Wecker klingelt zwischen 03:00 und 03:30 Uhr.

Anreise: Zug nach Zermatt (via Visp). Auto bis Täsch, Parkhaus, dann Zug. Schwarzsee-Seilbahn-Ticket selbst lösen (ca. CHF 30).

Aufstieg: ca. 1’200 Hm – Abstieg: ca. 1’600 Hm bis Zermatt – Gehzeit: ca. 8-10 Std. ab Hütte – Schwierigkeit: ZS – IV

Noch im Dunkeln verlassen wir die Hütte. Auf den ersten Metern sind wir nicht allein – das Matterhorn zieht täglich im Hochsommer viele Seilschaften an. Frühstart ist entscheidend, um im richtigen Fenster zu sein. Die ersten Stunden führen auf fixierten Seilen und gut markierten Wegspuren aufwärts. Mit zunehmender Höhe verlässt man die ausgetretenen Pfade – der Fels wird steiler, die Kletterstellen anspruchsvoller, die Ausgesetztheit grösser.

Die Schulter bei ca. 4’200 m ist der letzte breitere Rastpunkt, bevor der finale, schneeige Grat auf den Gipfel führt. Hier, wo das Matterhorn am höchsten und einsamsten wirkt, liegt der eigentliche Kern der Tour.

Auf dem Gipfel (4’478 m): Wallis und Aostatal zu beiden Seiten, das gesamte Viertausenderfeld zu Füssen. Abstieg auf demselben Weg – konzentriert, geduldig, bis zur Hörnlihütte. Stärkung, dann weiter hinunter nach Zermatt.

Matterhorn in den Wolken

Weitere Infos

Infos

  • IFMGA-zertifizierter Bergführer (Seilschaft 1:1)
  • Hüttenbuchung Hörnlihütte
  • Tourenplanung, Wetterkonsultation und Vorab-Beratung zu Vorbereitungstouren
  • Gruppenmaterial

  • An- und Abreise (Zermatt / Täsch)
  • Seilbahn Schwarzsee (ca. CHF 30)
  • Übernachtung Hörnlihütte mit HP für Teilnehmer und Bergführer
  • Versicherung
  • Persönliche Ausrüstung
  • Alles was nicht unter «Inklusive» angegeben ist

Unterkunft

Die Hörnlihütte (3’260 m) ist das klassische Basislager für Matterhorn-Besteigungen. Sie wurde 1880 gebaut und bietet heute 150 Schlafplätze mit modernen Annehmlichkeiten. Ab Schwarzsee-Seilbahn ist sie in ca. 2 Stunden erreichbar. Frühzeitig reservieren – die Hütte ist in der Saison stark ausgebucht.

Zustieg zur Hörnlihütte am Fusse des Matterhorns

Bekleidung / Ausrüstung

  • Hardshell-Jacke und -hose (wind- und wasserdicht)
  • Warme Mittellage (Primaloft oder Daunenjacke)
  • Thermounterwäsche kurz und lang
  • Tourenhandschuhe und warme Ersatzhandschuhe
  • Mütze und Sturmhaube
  • Sonnenschutzbrille (Gletscherbrille, Kategorie 4)

  • Bergschuhe (steigeisenfest, leicht und präzise)
  • Steigeisen (12-Zacken, Antistollplatten)
  • Eispickel (leicht, ca. 55 cm)
  • Klettergurt
  • Helm
  • 3 Schraubkarabiner
  • Bandschlingen 60 cm und 120 cm
  • Abseilgerät und Prusikschlinge

  • Rucksack 25-30 l (so leicht wie möglich)
  • Trinkflasche und Thermosflasche
  • Sonnencreme und Lippenpflege
  • Stirnlampe
  • Hüttenschlafsack
  • Energieriegel und Verpflegung für 8-10 Stunden

  • Eispickel CHF 50.-
  • Steigeisen CHF 50.-
  • Helm CHF 30.-
  • Klettergurt CHF 30.-

FAQ

Das Matterhorn ist 4’478 m hoch und liegt auf der Grenze zwischen dem Wallis (Schweiz) und dem Aostatal (Italien), südlich von Zermatt. Es wurde erstmals am 14. Juli 1865 durch Edward Whymper, Lord Francis Douglas, Reverend Charles Hudson, Douglas Hadow und die Bergführer Michel Croz, Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn bestiegen.

Der Hörnligrat wird mit SAC-Schwierigkeit ZS (ziemlich schwierig) bewertet. Kletterstellen bis Grad IV im Nachstieg, ausgesetzte Passagen, Fels- und Firn-Kombinationen, fixierte Seile und Eisenbügel. Die Länge und Ausgesetztheit machen den Berg trotz der Sicherungen zu einem ernsthaften Unternehmen. Ein Bergführer ist gesetzlich vorgeschrieben – bzw. ohne Bergführer nicht gestattet für Unerfahrene.

Das Matterhorn ist kein Berg für Einsteiger. Mindestvoraussetzungen: mehrere ZS-Hochtouren, sicheres Klettern bis Grad IV im Nachstieg, Routine mit Steigeisen auf steilem Terrain und in ausgesetztem Gelände. Als Vorbereitungstouren empfehlen wir Zinalrothorn, Dent Blanche, Weisshorn oder vergleichbare Ziele.

Rund 3’000 bis 4’000 Alpinisten besteigen das Matterhorn jährlich. An Spitzentagen im Hochsommer starten bis zu 200 Personen – weshalb ein früher Start entscheidend ist. Der Berg ist trotz seiner Bekanntheit kein einfaches Ziel: Rund 500 Bergsteiger sind seit der Erstbesteigung am Matterhorn ums Leben gekommen.

Die optimale Saison läuft von Mitte Juli bis Mitte September. Früh in der Saison kann Neuschnee die Felsen gefährlich machen. Im Spätsommer trocknet der Fels nach Niederschlägen schneller ab. Stabile Hochdruckperioden sind Voraussetzung – Gewitter am Matterhorn sind kein Spass.

Der Zermatter Bergführer Andreas Steindl hält den Rekord für die schnellste Besteigung: 3 Stunden, 59 Minuten und 52 Sekunden vom Kirchplatz Zermatt auf den Gipfel und zurück. Eine Leistung, die den normalen Aufstieg ab Hörnlihütte von 4-6 Stunden in eine andere Dimension rückt.

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