Erste Erfahrung auf geführten Hochtouren. Pickel und Steigeisen im Grundsatz bekannt. Kletterpassage durch Kamin (Grad II) im Nachstieg.

Der Piz Buin (3’312 m) gilt als der formschönste Gipfel der Silvretta – und das seit weit länger als es eine gleichnamige Sonnencreme gibt. Er steht auf der Grenze zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und Vorarlberg, ist der höchste Berg Vorarlbergs, und bietet vom Gipfel aus eine der weitesten Fernsichten des gesamten Alpenbogens. Der Normalweg führt von der legendären Wiesbadener Hütte über den Ochsentaler Gletscher und die Buinlücke auf den Gipfel – eine kombinierte Route mit Gletscherpassagen, einer kurzen Klettersequenz durch einen Kamin (Grad II), und einem abschliessenden, zunehmend ausgesetzten Gipfelgrat. Der frühere Normalweg über das Wiesbadener Grätle wird wegen massiver Steinschlaggefahr nicht mehr begangen. Die aktuelle Route ist klarer, sicherer, und hat durch den Gletscherrückgang an Steilheit gewonnen – was die Tour anspruchsvoller gemacht hat als ältere Führerliteratur vermuten lässt.
CHF 690.00

Wer die Silvretta kennt, kennt den Piz Buin. Er dominiert das Gebiet mit einer Präsenz, die auch erfahrene Alpinisten bei der Anreise innehalten lässt. Von der Bielerhöhe, wo der Silvrettasee schimmert und das Panorama weit aufgeht, ist er gut sichtbar – spitz, markant, mit einer klaren Linie, die man sofort lesen möchte.
Der Gipfelanstieg führt vom Bereich der Grünen Kuppe auf den Ochsentaler Gletscher – den Anseilplatz. Der Gletscher hat sich stark zurückgezogen und die Passagen sind steiler geworden. Das ist kein Argument gegen die Tour, aber eines dafür, sie mit einem erfahrenen Bergführer anzugehen, der die aktuellen Verhältnisse kennt. Über das flache Gletscherbecken geht es südwärts, dann in Richtung Buinlücke (3’054 m) – der markanten Scharte zwischen dem Kleinen und dem Grossen Piz Buin. Über Schotter und ersten Fels geht es nach Norden, dann durch einen Kamin (Grad II, Bohrhaken vorhanden) auf den Gipfelgrat, der überraschend gutmütig zum höchsten Punkt führt.
Das Gipfelpanorama ist ausserordentlich: Piz Bernina, Berninalinie, Engadin, Silvrettahorn, Grosslitzner, Fluchthorn, die Lechtaler Alpen, der Arlberg. Ein Berg, der sich nicht versteckt.
Die Wiesbadener Hütte (2’443 m), geführt von der AV-Sektion Wiesbaden, liegt auf einem kleinen Felsrücken am Rande des Ochsentals und ist eines der bekanntesten Hochgebirgsgasthäuser der Ostalpen. Sie wurde 1884 erbaut, mehrfach erweitert und bietet heute 140 Schlafplätze. Die Hütte ist bekannt für ihre gemütliche, internationale Atmosphäre – und dafür, dass an schönen Hochsommertagen grosser Andrang herrscht. Frühzeitig reservieren ist Pflicht. Ab der Hütte starten zahlreiche Hochtouren in der Silvretta, der Piz Buin ist die begehrteste.
Erste Erfahrung auf geführten Hochtouren. Pickel und Steigeisen im Grundsatz bekannt. Kletterpassage durch Kamin (Grad II) im Nachstieg.
Gute Kondition für ca. 900 Hm Gipfelaufstieg ab Hütte. Gesamthöhenmeter ca. 1'300 Hm, Gesamtgehzeit ca. 8.5 Stunden.
Aufstieg: ca. 400 Hm – Gehzeit: ca. 1.5-2 Std. – Anforderung: T3
Treffpunkt ist am Nachmittag bei der Bielerhöhe am Silvrettasee (2’036 m). Von dort folgen wir dem breiten Weg am Ostufer des Sees entlang zum Eingang des Ochsentals und steigen zur Wiesbadener Hütte auf. Der Weg ist angenehm, die Aussicht auf den Piz Buin schon von unten eindrücklich. Auf der Hütte: Ausrüstungskontrolle, Abendessen, Tourenbesprechung. Die Hütte hat einen guten Ruf für ihre Küche. Frühes Schlafen.
Anreise: Mit dem Auto über die Silvretta-Hochalpenstraße (mautpflichtig) zur Bielerhöhe. Von Österreich (Galtür) oder der Schweiz (Partenen) erreichbar. Parkplätze am Silvrettasee.
Aufstieg: ca. 900 Hm ab Hütte – Abstieg: ca. 900 Hm – Gehzeit: ca. 6.5 Std. – Schwierigkeit: ZS- / II
Früh morgens verlassen wir die Hütte in südliche Richtung. Über den markierten Weg zur Grünen Kuppe (2’579 m), dann zum Anseilplatz am Ochsentaler Gletscher auf ca. 2’600 m. Hier legen wir Steigeisen an – ab diesem Moment bewegen wir uns auf echtem Gletschereis, angeseilt, konzentriert.
Über das flache Gletscherbecken in Richtung Süden, dann um ca. 2’900 m nach links in Richtung Buinlücke (3’054 m) abbiegend. Die Scharte ist gut sichtbar und markiert den Einstieg in den Gipfelaufbau. Über Schotter nach Norden, dann durch einen Kamin (Grad II) mit Bohrhaken auf den Gipfelgrat. Ausgesetzt, aber griffig. Der Grat leitet überraschend direkt zum Gipfel (3’312 m).
Das Panorama: Piz Bernina, Engadin, Silvrettahorn, Grosslitzner, Arlberggebiet. Abstieg auf der Aufstiegsroute zurück zur Hütte, dann hinunter zur Bielerhöhe.
Die Wiesbadener Hütte (2’443 m) gehört der AV-Sektion Wiesbaden und wurde 1884 erbaut. Sie bietet 140 Schlafplätze und ist eines der bekanntesten und beliebtesten Hochgebirgsgasthäuser der Ostalpen. An schönen Sommertagen ist sie stark frequentiert – frühzeitig reservieren. Die Hütte ist Ausgangspunkt für viele Hochtouren in der Silvretta, wie zum Piz buin.

Der Piz Buin ist 3’312 m hoch und liegt auf der Grenze zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und dem österreichischen Bundesland Vorarlberg. Er ist der höchste Berg Vorarlbergs und der dritthöchste Gipfel der Silvretta.
Wegen massiver Steinschlaggefahr in diesem Bereich wird der frühere Normalweg über das Wiesbadener Grätle seit Jahren nicht mehr begangen. Die aktuell empfohlene Route führt über den Ochsentaler Gletscher und die Buinlücke – klarer, sicherer, und von den Verhältnissen deutlich besser einschätzbar.
Ja. Der Ochsentaler Gletscher ist stark zurückgegangen und die Übergänge vom felsigen Moränengelände auf das Gletschereis sind steiler und exponierter geworden als in älteren Führerbeschreibungen. Das erhöht die Anforderungen – Steigeisensicherheit ist heute wichtiger als früher.
Konditionsstarke Bergsteiger können im Abstieg vom Piz Buin noch das Silvrettahorn (3’244 m) besteigen – über die Egghornlücke (3’047 m) ab dem Ochsentaler Gletscher. Eine lohnende Zusatztour für einen frühen, langen Tag. Kontaktiere uns, falls du die Silvretta noch auf deiner Tour «mitnehmen» möchtest.
Optimale Bedingungen von Juli bis Anfang September. Im Frühsommer können Schneereste auf dem Gletscher und dem Gipfelgrat die Tour verlängern. Im Hochsommer ist der Fels trocken, der Gletscher gut begehbar. Gewitter sind in der Silvretta im Sommer möglich – Frühstart ist Pflicht.