Mehrere ZS-Hochtouren zwingend. Sicheres Steigeisengehen auf Firn und Gletschereis, Routine in der Seilschaft auf gespaltenem Terrain. Kurze Kletterpassagen bis Grad II am Nordgrat. Die Höhe über 4'500 m verlangt Akklimatisation.

Das Nordend (4’609 m) ist der zweithöchste Gipfel der Schweiz – und gleichzeitig einer der am wenigsten bekannten Viertausender des Monte-Rosa-Massivs. Dabei bietet es eines der eindrücklichsten alpinen Erlebnisse, die das Wallis zu bieten hat: einen langen, einsamen Firnkamm, Gletscherpassagen auf über 4’000 m, einen Firngrat mit hohen Wächten auf der Nordseite, und ganz oben das weiteste Panorama des gesamten Massivs. Der Normalweg führt von der Margheritahütte (4’554 m) – der höchsten bewirtschafteten Hütte Europas – in wenigen Stunden über den Nordgrat auf den Gipfel. Aber die eigentliche Tour beginnt viel früher: mit dem Aufstieg zur Monte-Rosa-Hütte, der Gletscherquerung zum Lisjoch und der langen Firntraversierung über Punta Gnifetti und Zumsteinspitze bis zur Margheritahütte. Das Nordend belohnt nicht nur mit Höhe und Aussicht, sondern mit dem Gefühl, einen der grossen, stillen Gipfel der Alpen wirklich gewonnen zu haben.
CHF 1'340.00

Das Monte-Rosa-Massiv ist das grösste Hochgebirgsgebiet der Alpen östlich des Mont Blanc – ein ausgedehntes Plateau aus Gletschern, Firn und Eisfeldern, das auf mehreren Gipfeln über 4’500 m reicht. Der Dufourspitz (4’634 m) ist der bekannteste und höchste. Das Nordend aber ist der stille, imposante Nachbar – kaum beworben, selten überlaufen, und mit einem langen, schönen Nordgrat, der dem Berg seinen Charakter gibt.
Was das Nordend von einer normalen Viertausendebesteigung unterscheidet, ist der Weg dorthin. Man erreicht es nicht einfach durch einen langen Hüttenanstieg und einen Gipfeltag – man durchquert dabei das gesamte obere Monte-Rosa-Massiv: über den Grenzgletscher, das Lisjoch, die Punta Gnifetti, die Zumsteinspitze bis zur Margheritahütte. Das ist ein zweitägiger alpiner Weg durch eine der grössten, einsamsten und eindrücklichsten Hochgebirgslandschaften der Alpen. Und von der Margheritahütte, wo man die Nacht auf 4’554 m verbringt, sind es bis zum Gipfel des Nordends noch einmal rund 60 Höhenmeter.
Ausgangspunkt der Tour ist die Monte-Rosa-Hütte SAC (2’883 m), eine der modernsten und meistfotografierten SAC-Hütten der Schweiz. Das im Jahr 2009 eröffnete Gebäude ist ein Entwurf von ETH-Studierenden und Bearth & Deplazes Architekten – eine silbern glänzende, futuristische Schale auf einem Felsvorsprung direkt am Grenzgletscher. Die Hütte ist ab Zermatt via Rotenboden-Station der Gornergratbahn in rund 2.5 Stunden zu erreichen. Sie bietet 120 Schlafplätze und funktioniert nahezu energieautark mit Photovoltaik und Wärmerückgewinnung. Architektur und Hochgebirge treffen hier auf einzigartige Weise aufeinander.
Die Rifugio Regina Margherita (4’554 m) steht auf dem Gipfel der Punta Gnifetti – dem höchsten Punkt, auf dem je eine bewirtschaftete Berghütte errichtet wurde. Sie wurde 1893 eingeweiht und nach der damaligen Königin Italiens benannt. Eine Nacht hier oben ist ein eigenes Erlebnis: Höhenkopfschmerzen sind möglich, die Luft dünn, die Aussicht unwirklich. Wer trotzdem schläft und am nächsten Morgen früh aufbricht, steht in wenigen Stunden auf dem Nordend.
Vom Gipfel der Margheritahütte führt der Nordgrat in eleganter Linie auf das Nordend. Auf der Nordseite des Grats bauen sich hohe Schneewächten auf – eindrücklich und als Seilschaft mit gebührendem Abstand zu begehen. Kurze Felspassagen wechseln sich mit Firnabschnitten ab. Der Aufstieg ist nicht technisch extrem, aber die Ausgesetztheit und die Höhe fordern volle Konzentration.
Auf dem Nordend (4’609 m) angekommen: der Dufourspitz direkt nebenan, der Lyskamm als langer Eisgrat im Westen, Zermatter Viertausender in alle Richtungen, und weit unten – kaum sichtbar – das Rhonetal und die Voralpen.
Mehrere ZS-Hochtouren zwingend. Sicheres Steigeisengehen auf Firn und Gletschereis, Routine in der Seilschaft auf gespaltenem Terrain. Kurze Kletterpassagen bis Grad II am Nordgrat. Die Höhe über 4'500 m verlangt Akklimatisation.
Sehr hohe Ausdauer für zwei lange Tage, bis 1700 Hm am Gipfeltag im Aufstieg.
Aufstieg: ca. 1’100 Hm ab Rotenboden – Gehzeit: ca. 2.5 Std. – Anforderung: T3
Wir treffen uns am Morgen am Bahnhof Zermatt. Mit der Gornergratbahn fahren wir bis zur Station Rotenboden (2’815 m), dann zu Fuss hinunter zum Grenzgletscher und über den Gletscher zur Monte-Rosa-Hütte. Der Weg ist gut markiert und führt durch eine der eindrücklichsten Gletscherlandschaften der Alpen – Gornergletscher, Monte Rosa, Liskamm ringsum. Auf der Hütte: Abendessen, Tourenbesprechung, frühes Schlafen. Der nächste Tag wird lang.
Anreise: Zug nach Zermatt (via Visp). Auto bis Täsch, Parkhaus, dann Zug.

Früh verlassen wir die Monte-Rosa-Hütte. Der Weg führt über den Grenzgletscher Richtung Lisjoch (4’150 m) – eine lange, anspruchsvolle Gletscherquerung auf über 4’000 m, mit Spaltengelände und konstantem Aufstieg. Ab dem Lisjoch beginnt die eigentliche Hochfirntraversierung: über den Silbersattel und die Punta Gnifetti (4’554 m) vorbei an der Margheritahütte. Dann geht es weiter: Der Nordgrat führt in eleganter, kurzer Linie auf das Nordend (4’609 m). Die Schneewächten auf der Nordseite verlangen Respekt und Abstand – am Seil des Bergführers gut gesichert. Kurze Felspassagen wechseln sich mit Firnabschnitten ab. Auf dem Gipfel: Dufourspitze direkt nebenan, Lyskamm, weitere Zermatter Viertausender. Dann der lange Abstieg – zurück über Silbersattel, Lisjoch, Grenzgletscher zur Monte-Rosa-Hütte, und von dort weiter nach Rotenboden und mit der Bahn nach Zermatt.

Die Monte-Rosa-Hütte ist eines der bemerkenswertesten Bauwerke im Schweizer Hochgebirge – ein futuristischer, silbern glänzender Entwurf von ETH-Studierenden und Bearth & Deplazes Architekten, der 2009 auf einem Felsvorsprung direkt am Grenzgletscher eröffnet wurde. Sie funktioniert nahezu energieautark über Photovoltaik und Wärmerückgewinnung und bietet 120 Schlafplätze mit direktem Blick auf das Rimpfischhorn und das Monte-Rosa-Massiv. Ab der Gornergratbahn-Station Rotenboden ist sie in rund 2.5 Stunden über den Gornergletscher erreichbar – und der Weg dorthin ist bereits ein Erlebnis für sich.

Das Nordend ist 4’609 m hoch und ist damit der zweithöchste Gipfel der Schweiz – knapp hinter dem Dufourspitz (4’634 m). Es liegt im Monte-Rosa-Massiv auf der Grenze zwischen dem Wallis und der italienischen Region Piemont.
Mehrere absolvierte ZS-Hochtouren, sicheres Steigeisengehen auf Gletschergelände, Routine in gespaltenem Terrain, Erfahrung auf über 4’000 m. Die Höhe über 4’500 m ist die grösste Herausforderung – eine vorgängige Akklimatisation auf einem Viertausender wird ausdrücklich empfohlen.
Das Panorama ist das weitläufigste des gesamten Monte-Rosa-Massivs: Der Dufourspitz direkt nebenan, der Lyskamm als langer Eisgrat im Westen, Matterhorn, Weisshorn, Dent Blanche im Westen, das gesamte Oberengadin im Osten. Bei klarer Sicht bis zum Mont Blanc und weit in die Berner Alpen.
Die optimale Saison liegt von Mitte Juli bis Mitte September. Die Spalten auf dem Grenzgletscher sind im Hochsommer gut sichtbar und navigierbar. Frühsommer kann noch viel Schnee auf den Passagen bedeuten. Die Höhe verlangt stabile Hochdruckperioden – Gewitter auf 4’500 m sind kein Spass.
Ja. Auf Wunsch können wir eine weitere Nacht an Tag 2 auf der Margherita Hütte einplanen. Dadurch verkürzt sich der Gipfeltag aufs Nordend an Tag 3 erheblich.