Sicheres Vorsteigen bis Grad 5c, Nachklettern bis 6a. Mehrseillängen-Erfahrung obligatorisch. Eigenständiges Standplatzbauen, Seilhandling und Abseilen wird vorausgesetzt.

Auf der Südseite des Göscheneralpsees steht ein Ensemble von Granitfelsen, das unter Kletterern lange ein Geheimtipp blieb. Der ehemalige Hüttenwart der Salbithütte Hans Berger hat es immer gesagt: «Klettert den Westgrat am Feldschijen!» Wer einmal dort war, versteht ihn. Der Westgrat des Vorder Feldschijens (2’828 m) ist eine der luftigsten und konsequentesten Gratrouten des Urner Granitmassivs – 14 Seillängen auf perfektem, festem Granit, mit Stellen bis zum sechsten Grad, einer einzigartigen Piazschuppe in Seillänge 9 und einer Schlüsselstelle im überhängenden Dach vor dem Gipfel. Der Einstieg liegt auf 2’540 m. Der Zustieg ab dem Göscheneralpsee dauert rund zwei Stunden. Ein Filter, der die Route selten überlaufen hält – und sie umso lohnender macht.
CHF 750.00

Wer das Göscheneralp-Tal hinauf fährt bis zum Stausee, blickt auf eine Kulisse aus Granit, Gras und Gletschereis. Am Grund des türkisgrünen Sees liegt noch heute der Kirchturm des ehemaligen Dorfs Göscheneralp, das 1960 dem Staudamm weichen musste. Die Felsen ringsum aber sind geblieben – und der Feldschijen ist der formschönste von allen.
Wir starten früh, denn der Zustieg verlangt Respekt. Satte 600 Höhenmeter auf steilem Pfad führen durch Blockgelände und Alpweiden bis unter den Wandfuss. Ein bewusster Aufstieg, der die Leute filtert, die hierher kommen. Am Einstieg auf 2’540 m: Gurt anlegen, Helm auf, anseilen. Wer die ersten drei Bohrhaken der Einstiegsseillänge gefunden hat, ist auf dem richtigen Weg.
Die Route baut konsequent auf: In den unteren Seillängen klettern wir nie schwieriger als oberer fünfter Grad, immer gut strukturierter Granit mit natürlichen Rissen und Schuppen. Mit Erreichen der Gratschneide weicht die Konzentration kurz der Weite – das gesamte Panorama der zentralen Urner Alpen öffnet sich: Dammastock, Göscheneralpsee, der Silhouette des Salbitschijns gegenüber.
Seillänge 9 ist das Herzstück der Tour. Fantastisch ausgesetzt klettert man eine senkrecht gestellte Platte hinauf – Piazkletterei an der schmalen Kante, kaum breiter als ein paar Zentimeter, mit Bohrhaken bestens gesichert. Es ist eine Stelle, die sich tief ins Gedächtnis einbrennt. Schöner geht Granit kaum.
Die Schlüsselstelle folgt in Seillänge 13: ein überhängendes Dach, das von unten unkletterbar aussieht. Es löst sich auf – die Griffe und Strukturen bieten mehr Halt als erwartet. Wer es ohne Hakenhilfe durchklettern will, ist bei 6a. Wer mit einem kurzen Zug am Haken hilft, reduziert auf 5c. Danach die letzte Seillänge zum Gipfelblock, Eintrag ins exklusive Gipfelbuch, Blick auf das Salbitschijen-Massiv gegenüber.
Der Abstieg führt auf dem Normalweg zurück zum Göscheneralpsee, dann der kurze Weg zurück zum Zeltplatz oder zur Bushaltestelle.
Sicheres Vorsteigen bis Grad 5c, Nachklettern bis 6a. Mehrseillängen-Erfahrung obligatorisch. Eigenständiges Standplatzbauen, Seilhandling und Abseilen wird vorausgesetzt.
Sehr gute Ausdauer für ca. 600 Hm Zustieg (2 Std.) und 4–6 Stunden Kletterzeit. Gesamtzeit ca. 8–12 Stunden.
Kletterroute: Westgrat Vorder Feldschijen, 14 Seillängen, 6a (5c obligat), ED– Einstieg: 2’540 m ü. M. Gesamtgehzeit: ca. 8–12 Std. Zustieg: ca. 600 Hm / 2 Std. ab Göscheneralpsee Kletterzeit: ca. 4–6 Std. Abstieg: ca. 1.5–2 Std.
Treffpunkt ist früh morgens am Göscheneralpsee / Zeltplatz Gwüest. Der Zustieg führt auf steilem Pfad durch Blockgelände und Alpweiden direkt auf den Feldschijen zu. 600 Höhenmeter – konditionell fordernd, aber der Lohn wartet oben. Am Wandfuss: Ausrüstung herrichten, Helm auf, einbinden.
Über 14 Seillängen klettern wir den Westgrat von der Einstiegsrisszone bis zum Gipfelblock. Die Schlüsselstellen – Piazschuppe in SL 9, Überhangdach in SL 13 – sind beide mit Bohrhaken gesichert und gut lesbar. Zwischen den anspruchsvollen Passagen: entspannte Gratkletterei auf bestem Granit mit zunehmendem Panorama.
Nach dem Gipfelbucheintrag Abstieg auf dem Normalweg zurück zum Göscheneralpsee.
Anreise: Mit dem Zug nach Göschenen (SBB Gotthard-Linie), dann Bus zur Göscheneralp bis Endstation. Mit dem Auto via A2 bis Göschenen, dann Kantonsstrasse zur Göscheneralp. Parkplatz beim Zeltplatz Gwüest oder am Stausee.
Der Vorder Feldschijen (2’828 m) liegt auf der Südseite des Göscheneralpsees im Kanton Uri, auf dem Weg von Göschenen ins hintere Urner Alpenmassiv. Er ist Teil eines Granitfelsensembles, das von der Strassenfahrt her kaum auffällt – von der Terrasse der Salbithütte gegenüber aber gut sichtbar ist. Der Westgrat zieht sich als elegante Linie von Südwesten auf den Gipfel.
Die Route wird mit ED– (extrem difficile minus) bewertet. Maximale Schwierigkeit: 6a UIAA, obligatorisch 5c. Die Piazschuppe in Seillänge 9 und das Überhangdach in Seillänge 13 sind die technisch anspruchsvollsten Passagen. Der überwiegende Teil der 14 Seillängen bewegt sich zwischen 4b und 5c auf festem, gut strukturiertem Granit.
Vom Göscheneralpsee (Zeltplatz Gwüest) führt ein steiler Pfad in rund 2 Stunden und 600 Höhenmetern zum Wandfuss. Der Zustieg ist konditionell fordernd – er ist bewusst Teil des Erlebnisses und hält die Route selten überlaufen.
In Seillänge 9 klettert man eine nahezu senkrecht gestellte Granitplatte hinauf, mit dem Körper über einer schmalen, wenige Zentimeter breiten Kante – klassische Piaztechnik. Die Stelle ist ausgesetzt, bestens mit Bohrhaken gesichert, und gilt als eine der schönsten Einzelstellen an den Urner Graniten. Wer sie einmal geklettert hat, denkt lange daran zurück.
Ja. Das Gasthaus Göscheneralp liegt am Stausee und ist eine ausgezeichnete Unterkunft mit gutem Essen – ideal für alle, die die Tour auf zwei Tage aufteilen oder am Vorabend anreisen wollen. Preis: ca. CHF 85 p. P. mit Frühstück. Auf Anfrage buchbar.
Juni bis Oktober, sobald der Zustieg schneefrei ist. Im Frühsommer können Schneereste auf dem Zustiegspfad vorhanden sein. Der Granit trocknet nach Regen schnell ab – bei feuchtem Fels jedoch werden die Piazpassagen erheblich schwieriger und gefährlicher. Wir überprüfen die Verhältnisse vor der Tour.