Erste Erfahrung im Vorstieg oder sicheres Nachklettern bis Grad 4c. Routine mit Sicherungsgerät und Seilschaft. Die Route ist gut gesichert und für Einsteiger ins Mehrseillängenklettern ideal geeignet.

Das Klettergebiet Le Paradis bei La Heutte im Berner Jura ist kein Geheimtipp – und das zu Recht. Wer im Paradis klettert, betritt, wie der SAC schreibt, «legendären Boden». Der Sektor gehört zu den historisch bedeutendsten Klettergärten der Schweiz: Hier wurde die Geschichte des Kletterns im Jura geschrieben, von den ersten Routen in den 1970er-Jahren bis zu den schwierigen Überhanglinien der modernen Szene. Die Arête du Faucon – der Falkengrat – ist die zugänglichste und gleichzeitig schönste Mehrseillängenroute des Gebiets: rund 6 bis 9 Seillängen auf griffigem Jurakalk, von der Risszone an der Basis über den luftigen Grat bis zum Ausstieg, mit maximal 4c und durchgehend gut gesichertem Fels. Eine ideale Einstiegstour ins Mehrseillängen-Klettern, aber auch für Erfahrene ein lohnender Halbtag – besonders im Frühling und Herbst, wenn der Jurakalk trocken und warm ist und die Gemsen auf den Felsen nebenan zuschauen.
CHF 390.00

Le Paradis liegt auf rund 780 m über Meer, knapp über dem kleinen Juradorflein La Heutte. Vom Parkplatz sind es maximal 20 Minuten zu Fuss – an Tagen mit feuchtem Laub eher etwas mehr, weil der Weg rutschig werden kann. Das Gebiet besteht aus einer Südwand und einer überhängenden Ostwand, mit Routen von 4a bis weit über 7a. Wer hier zum ersten Mal hinaufschaut, ist von der Dichte der Linien überrascht. Wer zum zweiten Mal kommt, schaut nach dem Grat.
Die Arête du Faucon verläuft über die Südwand – ein markanter Grat, der sich deutlich aus dem Wandbild abhebt. Die ersten beiden Seillängen führen entlang einer auffälligen Risszone nach oben (4b, 4c), bevor man auf den Grat selbst tritt. Was folgt, sind vier bis fünf weitere Seillängen direkt auf oder knapp neben dem Grat: 4c, 4c, 4a, 3b – griffig, strukturreich, mit dem charakteristischen Reibungsgefühl von Jurakalk. Die Route ist durchgehend mit Bohrhaken gesichert, die Abstände sind angenehm. Einzelne Stellen können im feuchten Zustand etwas speckig oder griffarm wirken – bei trockenem Fels ist sie ein Genuss von Anfang bis Ende.
Der Abstieg erfolgt zu Fuss durch den Wald – in max. 10 Minuten zurück zum Einstieg. Wer abseilen möchte (und niemand sonst in der Wand klettern ist), kann über die Route «Metatarses» abseilen. Die elegantere und entspanntere Variante ist der Fussabstieg – Bergschuhe in den Rucksack, Kletterschuhe anlassen, bis kurz unter die Baumgrenze.
Die Arête du Faucon hat einen Ruf, den sie seit Jahrzehnten hält: Sie ist als Einstieg ins Mehrseillängenklettern ideal. Wer die Grundlagen des Kletterns kennt, lernt hier in einem sicheren, gut gesicherten Rahmen, was es bedeutet, mehrere Seillängen am Stück zu klettern – Standplatzbau, Seilmanagement, Kommunikation, Orientierung. Gleichzeitig ist sie kein Kinderspielplatz: Der Grat ist luftig und exponiert genug, um ein echtes Kletterfeeling zu geben. Wer oben am Ausstieg steht, hat das Gefühl, eine kleine Klettertour absolviert zu haben – was er oder sie auch getan hat.
Erste Erfahrung im Vorstieg oder sicheres Nachklettern bis Grad 4c. Routine mit Sicherungsgerät und Seilschaft. Die Route ist gut gesichert und für Einsteiger ins Mehrseillängenklettern ideal geeignet.
Zustieg ca. 10-20 Minuten ab Parkplatz. Kletterzeit ca. 2-3 Stunden. Abstieg zu Fuss in max. 10 Minuten. Kein alpines Konditionserfordernis.
Kletterzeit: ca. 2-3 Std. – Seillängen: 6-9 (je nach Variante) – Schwierigkeit: TD- / 4c – Zustieg: ca. 10-20 Min.
Treffpunkt ist am Morgen am Parkplatz La Heutte / Golons unterhalb des Klettergebiets. Nach einem kurzen Materialcheck und einer Einführung ins Gebiet folgen wir dem kurzen Waldpfad hinauf zum Wandfuss. Der Einstieg liegt im rechten Teil des Klettergartens – gut sichtbar, markiert.
Die ersten beiden Seillängen (4b, 4c) führen entlang einer auffälligen Risszone nach oben auf den Grat. Sie sind der steilste und technisch anspruchsvollste Teil der Route. Danach treten wir auf den eigentlichen Grat – griffig, strukturiert, luftig. Von hier folgen vier bis fünf weitere Seillängen (4c, 4c, 4a, 3b) dem Grat entlang bis zum Ausstieg. Alle Stände sind mit Bohrhaken eingerichtet, die Absicherung ist gut.
Am Ausstieg angekommen: Blick zurück auf den Grat, kurze Verschnaufpause, dann der Fussabstieg durch den Wald zurück zum Einstieg. Von hier aus können wir, je nach Lust und Zeit, weitere Routen im Gebiet klettern oder den Tag am Klettergarten ausklingen lassen.
Anreise: Mit dem Auto via Biel/Bienne Richtung La Heutte, Parkplatz beim Klettergarten Golons ausgeschildert. Mit dem Zug bis Biel, dann Bus nach La Heutte (Postauto, ca. 15 Min.). Gut erreichbar ab Bern (ca. 45 Min.) und Zürich (ca. 1.5 Std.).
Le Paradis ist ein Klettergebiet bei La Heutte im Berner Jura, rund 780 m über Meer. Es gilt als eines der historisch bedeutendsten Klettergebiete der Schweiz – der SAC bezeichnet es als «das Urgestein, in dem die Geschichte des Kletterns im Jura eingeritzt ist». Das Gebiet bietet Routen von 4a bis 7a+, die Arête du Faucon ist die bekannteste und zugänglichste Mehrseillängenroute.
Die Route hat eine maximale Schwierigkeit von 4c UIAA und gilt insgesamt als leichte Mehrseillängentour. Die ersten beiden Seillängen (4b, 4c) in der Risszone sind die technisch anspruchsvollsten, der Grat selbst bewegt sich überwiegend im Bereich 3b bis 4c. Alle Stände sind mit Bohrhaken eingerichtet, die Absicherung ist gut. Für Einsteiger ins Mehrseillängenklettern ist die Route ideal.
Je nach Variante und Zusammenhängen der Seillängen kommt man auf 6 bis 9 Seillängen. Die Gesamtlänge beträgt rund 120 m. Die ersten zwei Seillängen können bei guter Seilführung zusammengehängt werden, ebenso einige der leichteren Gratpassagen.
Der Fels im Le Paradis enthält stellenweise lockere Stellen und einzelne brüchige Passagen. Wenn mehrere Seilschaften gleichzeitig in der Wand klettern, steigt die Steinschlaggefahr. Helm tragen ist obligatorisch. Auf Partien direkt unter anderen Kletterern verzichten oder warten bis diese weitergeklettert sind.
Die Route ist von April bis November kletterbar, bei gutem Wetter teils auch im Winter. Am schönsten ist sie im Frühling (April, Mai) und Herbst (September, Oktober), wenn der Jurakalk trocken und warm ist. Im Hochsommer kann es in der Südwand sehr heiss werden – früh starten empfohlen. Nach Regen können einzelne Stellen speckig oder nass sein.
Ja – Le Paradis bietet ein breites Angebot. Wer morgens den Falkengrat klettert, hat nachmittags Zeit für kürzere Singlerouten in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Alternativ lässt sich die Tour mit einem anschliessenden Kletterkurs oder einem Besuch im Klettergarten La Heutte kombinieren. Das Gebiet hat Feuerstellen und Sitzgelegenheiten – ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Gerne können wir den Tag mit Klettertechnik ergänzen, falls Lust und Kraft nach der Tour noch vorhanden sind.