Zinalrothorn Hochtour

Das Zinalrothorn (4’221 m) gilt vielen Alpinisten als der schönste Felsgipfel des Wallis. Es ist kein Berg. der sich durch schiere Höhe auszeichnet. sondern durch seinen Charakter: ein aufstrebender Felszahn aus festem Arollagneis. scharf wie ein Messer von unten. grosszügig und griffig von der Route aus. Der Normalweg über den Südostgrat gehört zu den schönsten kombinierten Hochtouren der Zermatter Region. Er verlangt keine extremen Kletterkünste. aber kontinuierliche Kompetenz auf Gletscher. Firn und Fels. Gipfelpassagen mit ihren Markpunkten aus der alpinen Legendenwelt: das Wasserloch. das Eisloch. die Gabel. die Fensterpassage. die Biner-Platte. und als krönenden Abschluss die ausgesetzte Umgehung der Kanzel. ein schmales Felsband mit senkrechtem Tiefblick von 800 m in die Ostwand.

  • 15.06.2027 – 30.09.2027
  • 2 Tage
  • Zermatt, Schweiz
  • 1 Teilnehmende

Jetzt Buchen

CHF 1'450.00

Wunschzeitraum

Dauer: 2 TageMöglich: 15.06.2027 – 30.09.2027; 15.06.2028 – 30.09.2028; 15.06.2029 – 30.09.2029; 15.06.2030 – 30.09.2030
Davide Guzzardi
Fragen? Davide hilft gerne weiter
Beschreibung

Anforderungen

Technik

Hochtouren Erfahrung

Mehrere absolvierte Hochtouren im ZS-Bereich zwingend. Sicheres Klettern bis Grad III auf Gneis. Routine mit Steigeisen auf Firn und Gletscher. Schwindelfreiheit auf ausgesetzten Gratabschnitten. Erfahrung mit kombinierten Fels. und Firntouren.

Kondition

Ausdauer

Sehr gute Ausdauer für einen langen Hüttenaufstieg (1'600 Hm ab Zermatt) und einen Gipfeltag von ca. 9 bis 11 Stunden. Gesamte Aufstiegshöhe von Zermatt bis Gipfel: über 2'800 Hm.

Programm

Aufstieg: ca. 1’600 Hm. Gehzeit: ca. 4.5 Std. Anforderung: T4

Wir treffen uns am frühen Nachmittag am Bahnhofsplatz in Zermatt. Nach einem gemeinsamen Materialcheck starten wir auf dem Triftweg. Der Aufstieg führt zunächst durch Wald und Bergwiesen. dann steiler durch Geröllgelände und entlang des Triftbachs hinauf. Auf ca. 2’300 m passieren wir das Hotel du Trift. eine mögliche kurze Zwischenstation. Danach wird das Gelände alpiner: Blockgelände. Moränenhänge. erste Gletscherrand-Passagen. Die Rothornhütte empfängt uns mit direktem Blick auf das Zinalrothorn und das Obergabelhorn.

Auf der Hütte: Zimmerbezug. Ausrüstungskontrolle. Abendessen. Tourenbesprechung mit detaillierter Erklärung der Schlüsselstellen: Couloir-Aufstieg. Gabel. Fensterpassage. Biner-Platte. Kanzel. Wettercheck. Frühes Zubettgehen ist auf diesem Berg nicht Pflicht. sondern Überlebensstrategie.

Anreise: Mit dem Zug nach Zermatt (via Visp und St. Niklaus. kein Auto nach Zermatt möglich). Auto bis Täsch. Parkhaus Täsch. dann Zug nach Zermatt.

Aufstieg: ca. 1’020 Hm. Abstieg zur Hütte: ca. 1’020 Hm. Gehzeit: ca. 9.11 Std. Schwierigkeit: ZS. III

Noch in tiefer Dunkelheit verlassen wir die Hütte. Im Stirnlampenlicht folgen wir dem Weg über erste Geröllpassagen. dann auf den Gletscher. Mit Steigeisen und Seil queren wir den Triftgletscher zum Wasserloch: dem Übergang vom Gletscher in die erste Felszone. Der Frühmorgen auf dem Eis. die Stille. das langsame Heller-Werden über den Zermatter Gipfeln. das ist ein Moment. den man nicht vergisst.

Über einen schmaler werdenden Firngrat steigen wir auf bis zu Punkt 3’912 m. Den ersten Gendarm links umgehen. zurück auf den Grat. weiter bis zum nächsten Steilaufschwung. Hier zweigen wir links in die Flanke ab und betreten das Couloir: steil. mit Steinschlagpotenzial. deshalb zügig und am linken Felsrand. Alle 25 m Bohrhakenstände. bis die markante Gabel erreicht ist.

Ab der Gabel verändert sich der Berg. Das Gelände wird kompakter. die Linie klarer. die Ausgesetztheit grösser. Über kurze Steilaufschwünge aufwärts zu einem plattigen Turm. links durch einen Spalt. hinab zur Biner-Platte: griffige Felskletterei am schrägen Riss. mit Bohrhaken. konzentriert. flüssig. Dann über Sicherungsstangen zurück auf den Grat und weiter bis zur Kanzel.

Die Kanzel ist die letzte Hürde und der eindrücklichste Moment der Tour. Der freistehende Turm wird auf einem schmalen. felsgesicherten Band rechts umgangen. Tief unten die Ostwand. 800 m senkrecht. Der Gipfel ist jetzt greifbar. Noch zwei Türme. eine letzte Scharte. dann steht man auf 4’221 m.

Das Panorama: Weisshorn direkt daneben. Dent Blanche und Obergabelhorn links. Matterhorn. Monte Rosa. Dom und das gesamte Zermatter Viertausenderfeld. Nach der Gipfelrast: Abstieg auf demselben Weg. An der Gabel über vier Abseilstände hinunter. dann die Aufstiegsroute zurück zur Rothornhütte und nach Zermatt.

Weitere Infos

Infos

  • IFMGA-zertifizierter Bergführer
  • Buchungen Rothornhütte SAC
  • Planung. Tourenvorbereitung und Wetterkonsultation
  • Seilschaft 1:1
  • Gruppenmaterial

  • An. und Abreise (Zermatt. Bahnticket)
  • Parkhaus Täsch
  • Übernachtung Rothornhütte SAC mit HP
  • Getränke und Mahlzeiten ausserhalb der Halbpension
  • Persönliche Ausrüstung
  • Versicherung
  • Alles was nicht unter «Inklusive» erwähnt wird

Unterkunft

Die neu erbaute Rothornhütte liegt auf 3180 Metern oberhalb von Zermatt und bietet einen beeindruckenden Panoramablick auf die Walliser Viertausender. Sie dient Bergsteigern als idealer Ausgangspunkt für hochalpine Touren auf Gipfel wie das Zinalrothorn oder das Obergabelhorn. Die Hütte wurde in den Jahren 2023 bis 2024 komplett neu gebaut und ersetzt den alten Steinbau aus dem Jahr 1948, der wegen instakilem Baugrund Risse bekommen hatte. Sie wird gemeinsam von den SAC-Sektionen Oberaargau und Lägern betrieben. Der Zustieg von Zermatt über das Triftgebiet dauert ca. 4-6 Stunden.

Bekleidung / Ausrüstung

  • Hardshell-Jacke und .hose (wind. und wasserdicht)
  • Warme Mittellage (Primaloft oder Daunenjacke)
  • Thermounterwäsche (Merino oder Synthetik)
  • Tourenhandschuhe und Ersatzhandschuhe
  • Mütze und Sturmhaube
  • Sonnenschutzbrille (Gletscherbrille. Kategorie 4)

  • Bergschuhe (steigeisenfest)
  • Steigeisen (12-Zacken. Antistollplatten)
  • Eispickel
  • Klettergurt
  • Helm
  • 3 Schraubkarabiner
  • Bandschlingen 60 cm und 120 cm (je 2)
  • Abseilgerät und Prusikschlinge
  • Teleskopstöcke

  • Sonnencreme und Lippenpflege (Südexposition auf dem Grat ganztägig)
  • Trinkflasche und Thermosflasche
  • Hüttenschlafsack
  • Rucksack 25.35 l
  • Stirnlampe
  • Energieriegel und Verpflegung für 9-12 Stunden

  • Eispickel CHF 50.-
  • Steigeisen CHF 50.-
  • Helm CHF 30.-
  • Klettergurt CHF 30.-

FAQ

Das Zinalrothorn ist 4’221 m hoch und liegt im Wallis zwischen dem Mattertal (Zermatt) und dem Val d’Anniviers (Zinal). Es steht zwischen dem Weisshorn im Norden und dem Obergabelhorn im Süden und gehört zur Gruppe der grossen Walliser Fels-Viertausender. Die Erstbesteigung erfolgte am 22. August 1864 durch Leslie Stephen und Florence Crauford Grove mit den Bergführern Melchior und Jakob Anderegg über den heutigen Nordgrat.

Der Normalweg über den Südostgrat wird mit SAC-Schwierigkeit ZS (ziemlich schwierig) bewertet. Die Kletterpassagen erreichen Grad III. an einzelnen Stellen III+. Der Berg verlangt solides kombiniertes Alpingelände. flüssige Bewegung auf Fels und Firn. Routine beim Abseilen und eine klare Routine in ausgesetztem Gelände. Er ist kein Einsteigerziel. richtet sich aber an Alpinisten mit ZS-Erfahrung. nicht nur an Spezialisten.

Der Normalweg ist reich an historisch benannten Wegmarken. Wasserloch und Eisloch markieren die Gletscherpassagen zu Beginn. Die Gabel ist die Schlüsselscharte im Südwestgrat. wo Normalweg und Rothorngrat zusammentreffen. Die Fensterpassage führt durch eine enge Felsöffnung in den Gipfelbereich. Die Biner-Platte ist eine geneigte. gut gesicherte Querkletterstelle. und die Kanzel ist der freistehende Felsturm kurz vor dem Gipfel mit senkrechtem Tiefblick von 800 m in die Ostwand.

Die Kanzel ist ein freistehender Felsturm kurz unterhalb des Gipfels des Zinalrothorns. Er wird auf einem schmalen. stabilen Felsband auf seiner rechten Seite exponiert umgangen. Der Tiefblick in die Ostwand beträgt rund 800 m. senkrecht. Das Band ist trittsicher und gut griffig. verlangt aber vollständige Konzentration und Schwindelfreiheit. Die Kanzel gilt als die eindrücklichste und ausgesetzteste Stelle des Normalwegs.

Die Biner-Platte ist eine geneigte. grosszügig griffige Felsplatte im oberen Bereich des Südostgrats. direkt nach der Fensterpassage. Sie wird über einen schräg verlaufenden Riss gequert. der mit Bohrhaken gesichert ist. Danach führen Sicherungsstangen die Rippe hinauf zurück auf den Grat. Die Biner-Platte ist eine der bekanntesten Kletterstellen im Wallis und gibt dem Gipfelabschnitt seinen besonderen Charakter.

Die optimale Saison liegt von Mitte Juli bis Mitte September. Der Arollagneis des Zinalrothorns trocknet nach Niederschlägen rasch ab. im Hochsommer ist er trocken und warm. Im Couloir unterhalb der Gabel kann Steinschlag durch abtauendes Eis oder andere Seilschaften ein Faktor sein: früher Start ist auf diesem Berg unerlässlich.

Das Zinalrothorn ist kein Einsteigerziel. Empfohlene Vorerfahrung: mehrere Hochtouren im ZS-Bereich. sicheres Klettern bis Grad III mit Bergschuhen. Routine am Gletscher mit Steigeisen. und Schwindelfreiheit in ausgesetztem Gratgelände. Als Vorbereitungstouren empfehlen wir: Bishorn. Dent Blanche. oder die Breithorntraverse. Wer das Riffelhorn in Zermatt als Eingehtour genutzt hat. kennt den Felscharakter der Region.

Der Normalweg (Südostgrat) ist die Standardroute ab der Rothornhütte. kombiniert Gletscher. Firn und Felskletterei bis Grad III. und ist mit Bohrhaken und Sicherungsstangen gut eingerichtet. Der Rothorngrat (Südwestgrat) ist die anspruchsvollere Variante: er beginnt am Triftgletscher. führt über vier Gendarmen zum Grat (bis 4b) und trifft an der Gabel auf den Normalweg. Eine formvollendete Kletterlinie für erfahrene Alpinisten. deutlich weniger begangen und entsprechend einsamer. Auf Anfrage können wir auch eine Begehung über den Südostgrat organisieren.

Ja. Beide Berge sind von der Rothornhütte aus erreichbar und unterscheiden sich charakterlich deutlich: das Obergabelhorn eher firnig. das Zinalrothorn eher felsig. Auf Anfrage bieten wir diese Kombination gerne als erweiterte Dreitagesplanung an.

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