Mehrere absolvierte Hochtouren im ZS-Bereich zwingend. Sicheres Klettern bis Grad III auf Gneis. Routine mit Steigeisen auf Firn und Gletscher. Schwindelfreiheit auf ausgesetzten Gratabschnitten. Erfahrung mit kombinierten Fels. und Firntouren.

Das Zinalrothorn (4’221 m) gilt vielen Alpinisten als der schönste Felsgipfel des Wallis. Es ist kein Berg. der sich durch schiere Höhe auszeichnet. sondern durch seinen Charakter: ein aufstrebender Felszahn aus festem Arollagneis. scharf wie ein Messer von unten. grosszügig und griffig von der Route aus. Der Normalweg über den Südostgrat gehört zu den schönsten kombinierten Hochtouren der Zermatter Region. Er verlangt keine extremen Kletterkünste. aber kontinuierliche Kompetenz auf Gletscher. Firn und Fels. Gipfelpassagen mit ihren Markpunkten aus der alpinen Legendenwelt: das Wasserloch. das Eisloch. die Gabel. die Fensterpassage. die Biner-Platte. und als krönenden Abschluss die ausgesetzte Umgehung der Kanzel. ein schmales Felsband mit senkrechtem Tiefblick von 800 m in die Ostwand.
CHF 1'450.00

Wer von Zermatt aus die umliegenden Gipfel betrachtet. sieht sie alle: das Matterhorn. das Obergabelhorn. das Weisshorn. das Dent Blanche. Und mittendrin. etwas schlanker und eleganter als die anderen. das Zinalrothorn. Ein Gipfel. der nicht durch Bekanntheit wirkt. sondern durch Form. Er ist ein reiner Felsberg. fast ohne Gletscher auf dem Gipfelaufbau. fast ohne Schnee im Hochsommer. und genau das macht ihn aus: griffiger Arollagneis. trocken. warm. fest. eine Linie. die man mit den Augen von unten verfolgen kann.
Die Erstbesteigung am 22. August 1864 erfolgte durch Leslie Stephen. Florence Crauford Grove sowie die Bergführer Melchior und Jakob Anderegg. Sie wählten den Nordgrat als Route zum Gipfel. einen Anstieg. der bis heute seltener begangen wird als der Normalweg und dem Berg seine Einsamkeit auf jener Seite erhalten hat. Der Normalweg über den Südostgrat ist heute die Route der Wahl: abwechslungsreich. gut erschlossen. und an den Schlüsselstellen mit Bohrhaken und Sicherungsstangen bestückt. ohne den alpinen Charakter des Bergs aufzuopfern.
Der SAC schreibt über den Arollagneis des Zinalrothorns: Er sei fest und biete auf allen beschriebenen Routen herrliche Genussklettereien. Das ist selten in dieser Knappheit so klar formuliert. und so zutreffend.
Stützpunkt jeder Besteigung von der Zermatter Seite ist die Rothornhütte (3’198 m). Die Hütte liegt hoch über dem Triftbachtal. unterhalb des Triftgletschers. und bietet eine direkte Sicht auf das Zinalrothorn und das Obergabelhorn. Wer am Abend auf der Terrasse sitzt und den Gipfelgrat des Zinalrothorns im Abendlicht betrachtet. sieht bereits die Linie des nächsten Morgens: den Firngrat. das Couloir zur Gabel. die Fensterpassage. die Kanzel weit oben.
Der Hüttenweg von Zermatt führt zunächst durch Wälder und Bergwiesen. steiler werdend durch Geröll und Moränengelände zum Triftbach hinauf. Rund 1’600 Höhenmeter und vier bis fünf Stunden Gehzeit. Wer auf halber Strecke das Hotel du Trift passiert. ist bereits über 2’300 m und hat den grossen Teil des Wegs hinter sich. Der berühmte Apfelstrudel dort ist besser für den Rückweg aufgespart. als Belohnung nach dem Gipfeltag.
Der Gipfeltag beginnt noch vor Sonnenaufgang. Vom Hüttenausgang folgt man zunächst dem Weg über den Gletscher bis zum Wasserloch: einem markanten Punkt im Aufstieg. wo der Gletscherweg in die ersten Felspassagen übergeht. Über einen schmaler werdenden Firngrat gewinnt man Höhe bis zu Punkt 3’912 m. Den ersten Gendarm links im Fels umgehen. dann wieder auf den Grat zurück. bis man am nächsten Steilaufschwung angelangt ist.
Hier quert man links in die Flanke und betritt das markante Couloir. Wegen latenter Steinschlaggefahr klettert man am besten an den linken Begrenzungsfelsen des Couloirs nach oben. Bohrhakenstände alle 25 m. bis man die markante Scharte im Südwestgrat erreicht: die Gabel. Dieser Punkt ist der Knotenpunkt des Bergs. Hier trifft der Normalweg auf den Rothorngrat. Hier liegt auch die Abseilmöglichkeit für den Abstieg.
Ab der Gabel beginnt der eindrücklichste Abschnitt. Über kurze Steilaufschwünge steigt man auf einen plattigen Turm. Von dort links durch einen Spalt absteigen zur Biner-Platte: eine geneigte. grosszügig griffige Felsplatte mit schräg verlaufendem Riss. der mit Bohrhaken gesichert ist. Über diesen Riss klettert man die Platte traversierend und gewinnt wieder den Grat. Der folgende Abschnitt führt über Sicherungsstangen hinauf zu einer letzten markanten Stelle: der Kanzel.
Die Kanzel ist ein freistehender Felsturm kurz vor dem Gipfel. Er wird exponiert. aber auf gutgriffigem Felsband rechts umgangen: ein schmales. stabiles Felsband mit senkrechtem Tiefblick von 800 m in die Ostwand. Wer hier ruhig atmet und konzentriert bleibt. hat den Berg. Danach noch zwei kleine Türme. eine letzte Scharte. und dann der Gipfel des Zinalrothorns.
Auf 4’221 m: Weisshorn. Dent Blanche. Obergabelhorn zur Linken. Matterhorn. Monte Rosa. Dom zur Rechten. Ein Panorama. das mitten im wildesten Teil des Wallis steht und keine Einschränkung kennt.
Der Abstieg erfolgt auf der Aufstiegsroute. An der Gabel kann über vier Abseilstände (Ringohrhaken) das Couloir schneller und sicherer abgestiegen werden als auf dem Felsweg.
Mehrere absolvierte Hochtouren im ZS-Bereich zwingend. Sicheres Klettern bis Grad III auf Gneis. Routine mit Steigeisen auf Firn und Gletscher. Schwindelfreiheit auf ausgesetzten Gratabschnitten. Erfahrung mit kombinierten Fels. und Firntouren.
Sehr gute Ausdauer für einen langen Hüttenaufstieg (1'600 Hm ab Zermatt) und einen Gipfeltag von ca. 9 bis 11 Stunden. Gesamte Aufstiegshöhe von Zermatt bis Gipfel: über 2'800 Hm.
Aufstieg: ca. 1’600 Hm. Gehzeit: ca. 4.5 Std. Anforderung: T4
Wir treffen uns am frühen Nachmittag am Bahnhofsplatz in Zermatt. Nach einem gemeinsamen Materialcheck starten wir auf dem Triftweg. Der Aufstieg führt zunächst durch Wald und Bergwiesen. dann steiler durch Geröllgelände und entlang des Triftbachs hinauf. Auf ca. 2’300 m passieren wir das Hotel du Trift. eine mögliche kurze Zwischenstation. Danach wird das Gelände alpiner: Blockgelände. Moränenhänge. erste Gletscherrand-Passagen. Die Rothornhütte empfängt uns mit direktem Blick auf das Zinalrothorn und das Obergabelhorn.
Auf der Hütte: Zimmerbezug. Ausrüstungskontrolle. Abendessen. Tourenbesprechung mit detaillierter Erklärung der Schlüsselstellen: Couloir-Aufstieg. Gabel. Fensterpassage. Biner-Platte. Kanzel. Wettercheck. Frühes Zubettgehen ist auf diesem Berg nicht Pflicht. sondern Überlebensstrategie.
Anreise: Mit dem Zug nach Zermatt (via Visp und St. Niklaus. kein Auto nach Zermatt möglich). Auto bis Täsch. Parkhaus Täsch. dann Zug nach Zermatt.
Aufstieg: ca. 1’020 Hm. Abstieg zur Hütte: ca. 1’020 Hm. Gehzeit: ca. 9.11 Std. Schwierigkeit: ZS. III
Noch in tiefer Dunkelheit verlassen wir die Hütte. Im Stirnlampenlicht folgen wir dem Weg über erste Geröllpassagen. dann auf den Gletscher. Mit Steigeisen und Seil queren wir den Triftgletscher zum Wasserloch: dem Übergang vom Gletscher in die erste Felszone. Der Frühmorgen auf dem Eis. die Stille. das langsame Heller-Werden über den Zermatter Gipfeln. das ist ein Moment. den man nicht vergisst.
Über einen schmaler werdenden Firngrat steigen wir auf bis zu Punkt 3’912 m. Den ersten Gendarm links umgehen. zurück auf den Grat. weiter bis zum nächsten Steilaufschwung. Hier zweigen wir links in die Flanke ab und betreten das Couloir: steil. mit Steinschlagpotenzial. deshalb zügig und am linken Felsrand. Alle 25 m Bohrhakenstände. bis die markante Gabel erreicht ist.
Ab der Gabel verändert sich der Berg. Das Gelände wird kompakter. die Linie klarer. die Ausgesetztheit grösser. Über kurze Steilaufschwünge aufwärts zu einem plattigen Turm. links durch einen Spalt. hinab zur Biner-Platte: griffige Felskletterei am schrägen Riss. mit Bohrhaken. konzentriert. flüssig. Dann über Sicherungsstangen zurück auf den Grat und weiter bis zur Kanzel.
Die Kanzel ist die letzte Hürde und der eindrücklichste Moment der Tour. Der freistehende Turm wird auf einem schmalen. felsgesicherten Band rechts umgangen. Tief unten die Ostwand. 800 m senkrecht. Der Gipfel ist jetzt greifbar. Noch zwei Türme. eine letzte Scharte. dann steht man auf 4’221 m.
Das Panorama: Weisshorn direkt daneben. Dent Blanche und Obergabelhorn links. Matterhorn. Monte Rosa. Dom und das gesamte Zermatter Viertausenderfeld. Nach der Gipfelrast: Abstieg auf demselben Weg. An der Gabel über vier Abseilstände hinunter. dann die Aufstiegsroute zurück zur Rothornhütte und nach Zermatt.
Die neu erbaute Rothornhütte liegt auf 3180 Metern oberhalb von Zermatt und bietet einen beeindruckenden Panoramablick auf die Walliser Viertausender. Sie dient Bergsteigern als idealer Ausgangspunkt für hochalpine Touren auf Gipfel wie das Zinalrothorn oder das Obergabelhorn. Die Hütte wurde in den Jahren 2023 bis 2024 komplett neu gebaut und ersetzt den alten Steinbau aus dem Jahr 1948, der wegen instakilem Baugrund Risse bekommen hatte. Sie wird gemeinsam von den SAC-Sektionen Oberaargau und Lägern betrieben. Der Zustieg von Zermatt über das Triftgebiet dauert ca. 4-6 Stunden.

Das Zinalrothorn ist 4’221 m hoch und liegt im Wallis zwischen dem Mattertal (Zermatt) und dem Val d’Anniviers (Zinal). Es steht zwischen dem Weisshorn im Norden und dem Obergabelhorn im Süden und gehört zur Gruppe der grossen Walliser Fels-Viertausender. Die Erstbesteigung erfolgte am 22. August 1864 durch Leslie Stephen und Florence Crauford Grove mit den Bergführern Melchior und Jakob Anderegg über den heutigen Nordgrat.
Der Normalweg über den Südostgrat wird mit SAC-Schwierigkeit ZS (ziemlich schwierig) bewertet. Die Kletterpassagen erreichen Grad III. an einzelnen Stellen III+. Der Berg verlangt solides kombiniertes Alpingelände. flüssige Bewegung auf Fels und Firn. Routine beim Abseilen und eine klare Routine in ausgesetztem Gelände. Er ist kein Einsteigerziel. richtet sich aber an Alpinisten mit ZS-Erfahrung. nicht nur an Spezialisten.
Der Normalweg ist reich an historisch benannten Wegmarken. Wasserloch und Eisloch markieren die Gletscherpassagen zu Beginn. Die Gabel ist die Schlüsselscharte im Südwestgrat. wo Normalweg und Rothorngrat zusammentreffen. Die Fensterpassage führt durch eine enge Felsöffnung in den Gipfelbereich. Die Biner-Platte ist eine geneigte. gut gesicherte Querkletterstelle. und die Kanzel ist der freistehende Felsturm kurz vor dem Gipfel mit senkrechtem Tiefblick von 800 m in die Ostwand.
Die Kanzel ist ein freistehender Felsturm kurz unterhalb des Gipfels des Zinalrothorns. Er wird auf einem schmalen. stabilen Felsband auf seiner rechten Seite exponiert umgangen. Der Tiefblick in die Ostwand beträgt rund 800 m. senkrecht. Das Band ist trittsicher und gut griffig. verlangt aber vollständige Konzentration und Schwindelfreiheit. Die Kanzel gilt als die eindrücklichste und ausgesetzteste Stelle des Normalwegs.
Die Biner-Platte ist eine geneigte. grosszügig griffige Felsplatte im oberen Bereich des Südostgrats. direkt nach der Fensterpassage. Sie wird über einen schräg verlaufenden Riss gequert. der mit Bohrhaken gesichert ist. Danach führen Sicherungsstangen die Rippe hinauf zurück auf den Grat. Die Biner-Platte ist eine der bekanntesten Kletterstellen im Wallis und gibt dem Gipfelabschnitt seinen besonderen Charakter.
Die optimale Saison liegt von Mitte Juli bis Mitte September. Der Arollagneis des Zinalrothorns trocknet nach Niederschlägen rasch ab. im Hochsommer ist er trocken und warm. Im Couloir unterhalb der Gabel kann Steinschlag durch abtauendes Eis oder andere Seilschaften ein Faktor sein: früher Start ist auf diesem Berg unerlässlich.
Das Zinalrothorn ist kein Einsteigerziel. Empfohlene Vorerfahrung: mehrere Hochtouren im ZS-Bereich. sicheres Klettern bis Grad III mit Bergschuhen. Routine am Gletscher mit Steigeisen. und Schwindelfreiheit in ausgesetztem Gratgelände. Als Vorbereitungstouren empfehlen wir: Bishorn. Dent Blanche. oder die Breithorntraverse. Wer das Riffelhorn in Zermatt als Eingehtour genutzt hat. kennt den Felscharakter der Region.
Der Normalweg (Südostgrat) ist die Standardroute ab der Rothornhütte. kombiniert Gletscher. Firn und Felskletterei bis Grad III. und ist mit Bohrhaken und Sicherungsstangen gut eingerichtet. Der Rothorngrat (Südwestgrat) ist die anspruchsvollere Variante: er beginnt am Triftgletscher. führt über vier Gendarmen zum Grat (bis 4b) und trifft an der Gabel auf den Normalweg. Eine formvollendete Kletterlinie für erfahrene Alpinisten. deutlich weniger begangen und entsprechend einsamer. Auf Anfrage können wir auch eine Begehung über den Südostgrat organisieren.
Ja. Beide Berge sind von der Rothornhütte aus erreichbar und unterscheiden sich charakterlich deutlich: das Obergabelhorn eher firnig. das Zinalrothorn eher felsig. Auf Anfrage bieten wir diese Kombination gerne als erweiterte Dreitagesplanung an.