Fortgeschritten, mit Erfahrung im Umgang mit Seil und Pickel. Erfahrung auf weitere Touren der Schwierigkeit ZS von Vorteil.

Das Schreckhorn (4’078 m) gilt als einer der schwierigsten Normalwege auf einen Schweizer Viertausender. Der Berg thront eigenständig über dem Grindelwaldtal und ist von weit her als spitzer, dunkler Felspfeiler erkennbar. Die Besteigung ist kein Unterfangen für Einsteiger: Schon der Zustieg zur Schreckhornhütte über wilde Moränen und steile Geröllfelder fordert Ausdauer und Trittsicherheit. Was folgt, ist ein langer Gipfeltag über kompakten Gneis, kombiniertes Firn und Fels Gelände und einen exponierten Gipfelgrat. Wer das Schreckhorn besteigt, hat eine der grossen Hochtouren der Berner Alpen geschafft!
CHF 2'370.00

Es gibt Viertausender, die man mit gutem Schuhwerk und solidem Willen bezwingen kann. Das Schreckhorn gehört nicht dazu. Es ist einer jener Berge, die dem Alpinismus seinen ursprünglichen Charakter bewahrt haben: lang, anspruchsvoll, abgelegen. Kein Bahnanschluss. Keine gebahnten Wege. Nur ein langer Zustieg über Moränen und Gletscher, eine karge Berghütte auf 2’527 m und dann, am nächsten Morgen, der Griff nach einem der wildesten Gipfel der Berner Alpen.
Das Schreckhorn hat diesen Ruf nicht zufällig. Sein Normalweg über den Südgrat wird mit ZS+ bewertet und zählt damit zu den objektiv schwierigsten Standardrouten auf einen Schweizer Viertausender. Die Felskletterei im kompakten, griffigen Gneis mag technisch lösbar sein, aber das Zusammenspiel aus Länge, Ausgesetztheit, Gletscherpassagen und dem schieren Umfang der Tour macht den Berg zu einem echten Prüfstein.
Der Zustieg zur Schreckhornhütte (2’527 m) startet an der Bergstation der Pfingsteggbahn in Grindelwald. Von dort führt ein langer, wunderschöner und konditionell anspruchsvoller Weg durch eine zunehmend wilde Hochgebirgslandschaft. Erst begleiten noch Almweiden den Pfad, dann übernehmen Moränenrücken, Gletschervorfelder und kahle Felszonen das Bild. Die Hütte liegt abgelegen, still und direkt unter dem Nordostgrat des Schreckhorns. Wer hier ankommt, hat die Zivilisation definitiv hinter sich gelassen. Der Abend auf der Schreckhornhütte hat eine besondere Qualität: Das Licht der untergehenden Sonne trifft auf die steilen Flanken des Schreckhorns, das Finsteraarhorn zeichnet seinen Umriss in den Abendhimmel, und die Stille wird nur vom Wind und vom gelegentlichen Knirschen der Gletscher unterbrochen. Der frühe Schlaf kommt von selbst.
Noch in der Nacht verlässt man die Hütte. Über die Moräne steigt man auf den Gletscher «Obers Ischmeer» ab und hält auf zwei von weitem sichtbare Leuchtmarken zu, die den Aufstieg Richtung Gaag weisen. Über Schneefelder und Geröll erreicht man bei rund 3’200 m den Gaag und damit den Schreckfirn. Diesen traversiert man in nördlicher Richtung, bis bei etwa 3’460 m ein roter Markierungspunkt den Einstieg in den Südgrat anzeigt.
Hier beginnt das Herz der Tour: Kletterei im zweiten bis dritten Grad auf festem, rötlichem Gneis. Der Fels ist kompakt und griffig, Schlingen und Haken an den Schlüsselstellen vorhanden. Alle zwanzig Meter sind die schwierigen Passagen mit eingerichteten Abseilstellen ausgestattet. An der Schulter öffnet sich das Gelände kurz, bevor sich der Grat mit ähnlicher Intensität fortsetzt und schliesslich auf den breiten Gipfel des Schreckhorns führt.
Oben angekommen: Finsteraarhorn, Lauteraarhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, das Weisshorn im Westen und an klaren Tagen sogar der Mont Blanc. Das Panorama vom Schreckhorn ist eines der weitläufigsten und eindrücklichsten der gesamten Berner Alpen.
Der Abstieg führt auf derselben Route zurück. Die Abseilstellen sind eingerichtet und gut erkennbar. Trotzdem: Wer glaubt, der schwierige Teil sei mit dem Gipfel vorbei, unterschätzt den Berg. Auch der Abstieg verlangt Konzentration und Zeit. Vier Grate ziehen vom Gipfel in alle Himmelsrichtungen. Die Dent Blanche fordert echte alpine Erfahrung, einen kühlen Kopf in ausgesetztem Gelände und die Bereitschaft, sich auf mehrere Stunden Gratkletterei einzulassen. Genau das macht sie für erfahrene Alpinisten so attraktiv: Sie ist selten überlaufen, liegt abseits der grossen Tourismusströme und belohnt mit einem Rundblick, der auf den Gipfeln des Matterhorns, Monte Rosa, Weisshorns, Zinalrothorns und Mont Blancs liegt.
Fortgeschritten, mit Erfahrung im Umgang mit Seil und Pickel. Erfahrung auf weitere Touren der Schwierigkeit ZS von Vorteil.
Kondition für ganztägige Aufstiege mit Gepäck
Aufstieg: ca. 1’500 Hm. Gehzeit: 5-6 Std. Anforderung: T5
Wir treffen uns am Morgen in Grindelwald oder an der Bergstation der Pfingsteggbahn und starten gemeinsam zum Hüttenzustieg. Der Weg führt durch eines der wildromantischsten Hochgebirgsgelände der Berner Alpen: vorbei an Almweiden und über erste Geröllpassagen, dann über alte Gletschermoränen und immer spärlicher werdendes Grün bis in die karge, steile Hochgebirgswelt direkt unter dem Schreckhorn.
Der Zustieg ist fordernd und darf nicht unterschätzt werden. Er ist bereits ein vollwertiger Bergtag und gibt uns gleichzeitig Zeit, uns kennenzulernen und das Tempo für die nächsten Tage zu finden. Auf der Schreckhornhütte angekommen, beziehen wir unser Lager, geniessen ein warmes Abendessen und besprechen gemeinsam den Gipfeltag. Früh schlafen ist Pflicht: Der Wecker klingelt noch tief in der Nacht. Anreise: Mit dem Zug oder Auto über Bern und Interlaken nach Grindelwald. Parkplatz an der Talstation der Pfingsteggbahn (kostenpflichtig). Mit der Pfingsteggbahn zur Bergstation.
Aufstieg: ca. 1’550 Hm. Abstieg: ca. 1’550 Hm. Gehzeit: 8-11 Std. Schwierigkeit: ZS+. II.III
Noch vor Sonnenaufgang brechen wir auf. Im Schein der Stirnlampen steigen wir von der Hütte auf die Moräne ab und erreichen den Gletscher «Obers Ischmeer». Zwei weithin sichtbare Leuchtpunkte markieren den Aufstieg Richtung Gaag (ca. 3’200 m). Über Schneefelder und Geröll gewinnen wir an Höhe und erreichen den Schreckfirn. Diesen traversieren wir in nördlicher Richtung, bis bei etwa 3’460 m ein roter Punkt den Einstieg in den Südgrat markiert.
Ab hier beginnt die eigentliche Felskletterei auf festem, rötlichem Gneis im zweiten bis dritten Grad. Der Fels ist kompakt und griffig. Fixe Schlingen und Haken sichern die Schlüsselstellen, alle zwanzig Meter sind Abseilstellen eingerichtet. An der Schulter gibt das Gelände kurz nach, bevor sich der Grat weiter zieht bis auf den breiten Gipfel des Schreckhorns. Auf 4’078 m empfängt uns ein Panorama, das die ganze Wucht der Berner Alpen zeigt: Finsteraarhorn und Lauteraarhorn in nächster Nähe, das berühmte Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau, dahinter Weisshorn und Matterhorn. Nach einer kurzen Gipfelrast beginnt der Abstieg auf derselben Route. Er fordert dieselbe Konzentration wie der Aufstieg und braucht entsprechend Zeit. Zurück auf der Schreckhornhütte: ein warmes Essen, ein kühles Getränk und das Bewusstsein, eine der grossen Hochtouren der Schweiz abgeschlossen zu haben.
Abstieg: ca. 1’500 Hm. Gehzeit: 4-5 Std.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Rückweg ins Tal. Der Abstiegsweg führt durch dasselbe hochalpine Gelände wie der Zustieg, zeigt aber aus dieser Richtung nochmals andere Perspektiven. Mit jedem Höhenmeter wird das Gelände grüner, die Luft wärmer. In Grindelwald angekommen: Verabschiedung nach einer intensiven und unvergesslichen Dreitagestour auf einen der wildesten Viertausender der Alpen.

Das Schreckhorn ist 4’078 m hoch und liegt in den Berner Alpen, nordöstlich von Grindelwald. Es ist der höchste Gipfel des Schreckhorn-Massivs.
Die Normalroute über den Südgrat wird mit SAC-Schwierigkeit ZS+ (ziemlich schwierig+) bewertet. Die Route beinhaltet Kletterpassagen im zweiten bis dritten Grad auf Gneis sowie ausgesetzte Gratpassagen und Gletscherabschnitte. Das Schreckhorn gilt als einer der anspruchsvollsten Normalwege auf einen Schweizer Viertausender.
Der Südgrat fordert durchgehend Aufmerksamkeit. Besonders anspruchsvoll sind die steilen Felspassagen zwischen dem Schreckfirn-Einstieg bei rund 3’460 m und der Schulter. Der Fels ist kompakt und griffig. Alle Schlüsselstellen sind mit Haken und Schlingen gesichert. Abseilstellen alle zwanzig Meter vorhanden.
Die ideale Saison ist Juli bis September. Bei längeren Trockenperioden sind die Verhältnisse am besten: Der Fels ist dann schneefrei und die Firnpassagen gut begehbar. Neuschnee erschwert die Tour erheblich und kann eine Absage notwendig machen.
Ausgangspunkt ist die Bergstation der Pfingsteggbahn in Grindelwald (ca. 1’400 m). Von dort führt der Hüttenzustieg in fünf bis sechs Stunden und rund 1’500 Hm zur Schreckhornhütte auf 2’527 m. Mit der Bahn bis Grindelwald. Dann Bus oder kurzer Fussmarsch zur Talstation Pfingstegg.
Das Gipfelpanorama ist ein Rundblick über die gesamten Berner Alpen: Finsteraarhorn und Lauteraarhorn in unmittelbarer Nähe. Eiger, Mönch und Jungfrau im Westen. Wetterhorn im Norden. Bei Fernsicht auch Weisshorn. Matterhorn und an klaren Tagen der Mont Blanc.
Das Schreckhorn ist kein Einsteigerziel. Mindestvoraussetzungen: mehrere absolvierte Hochtouren im ZS-Bereich. sicheres Gehen mit Steigeisen auf steilem Firn. Routine in der Sicherungstechnik am Fels bis Grad III. Erfahrung auf ausgesetzten Graten. Als ideale Vorbereitung empfehlen sich Touren wie Weisshorn. Bishorn. Dent Blanche oder Piz Bernina.
Die Kombination aus langem Hüttenzustieg (ca. 1’500 Hm). einem ausgedehnten Gipfeltag (bis 11 Std.) und dem langen Abstieg macht drei Tage sinnvoll. Nach dem Gipfeltag auf der Hütte zu übernachten und erst am dritten Tag abzusteigen, schont die Kräfte und erhöht die Sicherheit auf dem Abstieg ins Tal.