Erste Gletschererfahrung von Vorteil. Steigeisengehen und Seilschaft auf Firn. Keine technischen Kletterstellen. Der Rheinwaldhorn-Gletscher ist spaltenarm und gut begehbar.

Das Rheinwaldhorn – auf Rätoromanisch Adula (3’402 m) genannt – ist der höchste Gipfel der Adula-Gruppe und der höchste Berg Graubündens. Aus dem Adula entspringt der Rhein – genauer: der Hinterrhein, der weiter im Tal die grosse Via Mala hinabfliesst und schliesslich via Domat/Ems in den Bodensee mündet. Wer hier oben steht, steht buchstäblich an einer europäischen Wasserscheide. Die Tour ist technisch moderat und eignet sich für Bergsteiger mit ersten Gletscherkenntnissen – eine reine Firn- und Gletschertour ohne technische Kletterstellen, mit einer langen, eindrücklichen Gletschertraversierung und einem Panorama, das die gesamten Westalpen zeigt. Der Zustieg von Curaglia oder Malvaglia ist lang und führt durch das ruhige, kaum besuchte Bleniotal – eines der stimmungsvollsten und unbekanntesten Hochtäler des Tessins.
CHF 690.00

Das Rheinwaldhorn ist ein Berg, der einem Geheimnis ähnelt. Er ist der höchste Gipfel des grössten Schweizer Kantons – und trotzdem kein Berg, der auf jeder Alpinistenliste auftaucht. Das liegt an seiner Lage: weit im Süden Graubündens, an der Grenze zum Tessin, in einem Gebiet, das selbst hartgesottene Wanderer als «abgelegen» bezeichnen. Das Bleniotal und das Val Froda, die zum Rheinwaldhorn führen, sind Täler ohne grossen Betrieb – stattdessen mit Kastanienwäldern, einsamen Alpen und der Stille eines Hochgebirges, das sich seine Einsamkeit bewahrt hat.
Der Weg zur Capanna Adula (2’393 m) – Ausgangspunkt der Besteigung – führt durch genau diese Welt. Lange Zustiege, viel Höhenmeter, wenig Infrastruktur. Wer sich die Zeit nimmt, wird reich belohnt: Schon der erste Tag ist ein Erlebnis. Und wer dann am zweiten Morgen mit Steigeisen über den weiten Rheinwaldhorn-Firn aufsteigt, versteht, warum dieser Berg unter Kennern einen besonderen Ruf hat.
Auf dem Gipfel des Rheinwaldhorns steht man bildlich gesprochen an der Quelle eines der grössten Ströme Europas. Das Wasser, das vom Rheinwaldhorn-Gletscher hinabfliesst, vereinigt sich mit dem Hinterrhein, fliesst durch die Via Mala und Domat/Ems, bildet den Alpenrhein, und erreicht schliesslich via Bodensee und Rheinfall den Atlantik. Dieser Gedanke gibt dem Gipfel eine Dimension, die wenige andere Berge haben.
Der Aufstieg über den Rheinwaldhorn-Gletscher ist technisch moderat – ein gleichmässig ansteigendes Firnfeld ohne grossen Spaltenreichtum. Die Route ist offen und gut lesbar, das Tempo bestimmt den Tag. Was gefordert wird, ist Ausdauer: Die langen Zustiege von einem oder zwei Tagen stecken noch in den Beinen, und der Gletscher belohnt gleichmässige Schritte mehr als Tempo.
Die Capanna Adula SAC (2’393 m) liegt auf einem Felssporn hoch über dem Val Calnegia, umgeben von einer Landschaft, die man in Graubünden nicht erwartet: saftige Almen, mächtige Wasserfälle, die Stille eines Tals ohne Strasse. Die Hütte ist klein, herzlich, und bekannt für die hausgemachte Tessiner Küche. Wer von Malvaglia aufsteigt, hat die Kulisse des Bleniotals mit seinen charakteristischen Steinhäusern und Kastanienwäldern hinter sich. Wer von Nufenen kommt, nähert sich über das ruhigere Val Rein. Beide Wege führen zur Hütte – und von dort auf den höchsten Gipfel Graubündens.
Erste Gletschererfahrung von Vorteil. Steigeisengehen und Seilschaft auf Firn. Keine technischen Kletterstellen. Der Rheinwaldhorn-Gletscher ist spaltenarm und gut begehbar.
Sehr gute Ausdauer für einen langen Hüttenanstieg (ca. 1'400 Hm, Tag 1) und einen anspruchsvollen Gipfeltag (ca. 900 Hm Aufstieg, 8-9 Stunden gesamt). Tempo ca. 300 Hm/h.
Aufstieg ab Malvaglia: ca. 1’400 Hm – Gehzeit: ca. 5-6 Std. – Anforderung: T4 Aufstieg ab Nufenen (kürzere Variante): ca. 950 Hm – Gehzeit: ca. 3.5 Std. – Anforderung: T3
Wir treffen uns am Morgen am vereinbarten Treffpunkt – je nach gewählter Variante in Malvaglia im Bleniotal oder am Parkplatz Nufenen (Graubünden). Der Aufstieg ab Malvaglia ist der längere, schönere und eindrücklichere Weg: Kastanienwälder, Steinhäuser, das stille Val Calnegia, schliesslich Almen und Geröll hinauf zur Hütte. Die Variante ab Nufenen ist kürzer und bietet sich für alle an, die den Aufstieg am ersten Tag kürzer halten wollen.
Auf der Hütte angekommen: Ausrüstungskontrolle, Tessiner Abendessen, Tourenbesprechung, frühes Schlafen.
Anreise: Mit dem Auto über Bellinzona und Biasca ins Bleniotal nach Malvaglia. Oder via Nufenen-Pass ins Hinterrheingebiet nach Nufenen. Mit dem Zug bis Biasca, dann Bus ins Bleniotal.
Aufstieg: ca. 900 Hm ab Hütte – Abstieg: ca. 900 Hm zur Hütte + Abstieg ins Tal – Gehzeit: ca. 8-9 Std. – Schwierigkeit: WS
Früh morgens verlassen wir die Hütte. Über Geröll und erste Firnfelder steigen wir in Richtung Gletscher auf. Am Gletscherrand Steigeisen anlegen, anseilen. Der Rheinwaldhorn-Gletscher ist offen und gleichmässig – ein langer, gleichmässiger Firnanstieg ohne technische Überraschungen. Was ihn ausmacht, ist die Weite und die Stille. Weit und offen liegt er vor uns, die Nachbargipfel – Güferhorn, Bärenhorn, Vogelberg – ringsum.
Auf dem Gipfel des Rheinwaldhorns (3’402 m) angekommen: Das gesamte Graubünden liegt zu Füssen – Val Mesocco, Vorderrhein, Hinterrhein. Die Walliser Viertausender im Westen, der Bernina im Osten, der Gotthard im Norden, die Tessiner Alpen im Süden. Und irgendwo tief unten beginnt das Wasser seinen langen Weg zum Atlantik.
Nach der Gipfelpause Abstieg zur Hütte und dann zurück ins Tal.
Die Capanna Adula SAC (2’393 m) liegt im Val Calnegia oberhalb des Bleniotals und ist die Ausgangshütte für das Rheinwaldhorn. Sie ist klein, herzlich, und bekannt für ihre Tessiner Küche. Der Zustieg ab Malvaglia ist lang und führt durch eine der ruhigsten und schönsten Tallandschaften des Tessins. Frühzeitig reservieren – Plätze sind begrenzt.

Das Rheinwaldhorn (Adula) ist 3’402 m hoch und ist der höchste Gipfel der Adula-Gruppe sowie der höchste Berg des Kantons Graubünden. Es liegt auf der Grenze zwischen Graubünden und dem Tessin.
Adula ist der rätoromanische Name des Bergs und wird besonders im Tessin und in Romanischgraubünden verwendet. Er bezieht sich auf das gesamte Massiv (Adula-Gruppe) und ist historisch der ältere Name. Rheinwaldhorn ist die deutsche Bezeichnung, abgeleitet vom Rheinwald – dem Tal, aus dem der Hinterrhein fliesst.
Vom Gletscher des Rheinwaldhorns entspringt das Wasser, das zum Hinterrhein wird – und damit zu einem der Quellflüsse des Rheins, einem der grossen europäischen Ströme. Wer auf dem Gipfel steht, steht buchstäblich an einer europäischen Wasserscheide.
Der Zustieg ab Malvaglia (1’400 Hm, ca. 5-6 Std.) ist länger, schöner und durch das stimmungsvolle Bleniotal führend. Der Zustieg ab Nufenen (950 Hm, ca. 3.5 Std.) ist kürzer und eignet sich für alle, die den ersten Tag kürzer halten wollen. Beide Varianten sind wählbar – wir besprechen das vorab gemeinsam.
Optimale Bedingungen von Juli bis September. Im Frühsommer können Schneereste auf dem Gletscher die Tour verlängern. Die Adula-Gruppe liegt im Übergangsbereich zwischen Tessiner und Graubündner Klima – Gewitter können rasch entstehen. Frühstart ist wichtig.
Das Panorama ist ausserordentlich weit: im Westen die Walliser Viertausender (Weisshorn, Matterhorn), im Nordwesten der Gotthard, im Osten der Bernina, im Süden die Tessiner Alpen. Das gesamte Einzugsgebiet des Vorder- und Hinterrheins liegt tief unter einem.