Der leichteste Weg auf den schwierigsten Alpengipfel
Kaum ein anderer Gipfel der Alpen trägt seinen Übernamen so verdient wie der Dent du Géant, der «Zahn des Riesen». Schon von Weitem wirkt er wie eine uneinnehmbare Festung, umso überraschender ist es, dass ausgerechnet hier, an einer der markantesten Felsnadeln des Mont-Blanc-Massivs, der technisch machbarste Zugang zu einem derart imposanten Gipfel liegt. Möglich macht dies eine lange Tradition fest installierter Fixseile, ursprünglich aus dicken Hanfseilen, heute aus Stahlseilen, die sich konsequent die Südwestwand entlangziehen und den Aufstieg auch für Kletterer ohne Spitzenkönnen im freien Fels realistisch machen. Auf dem Gipfel erwarten uns zwei historische Statuen, eine Madonna und ein Christus, die dem Ort seit Jahrzehnten eine fast schon sakrale Atmosphäre verleihen.
Die Rifugio Torino Hütte als komfortabler Stützpunkt
Wir übernachten vor dem Gipfeltag in der Rifugio Torino Hütte auf 3371 m, die dank der Seilbahn ab Courmayeur denkbar einfach zu erreichen ist: Von der Bergstation gelangen wir mit einem Lift und durch einen kurzen Tunnel direkt auf die Hüttenterrasse. Die Hütte bietet 160 Betten, warme Duschen sowie eine ausgezeichnete regionale Küche und eine gemütliche Bar mit fantastischem Blick auf die umliegenden Viertausender. Von hier aus starten neben dem Dent du Géant auch klassische Routen wie der Rochefortgrat, der Mont Blanc du Tacul oder der Mont Maudit, entsprechend lebhaft geht es am Abend in der Gaststube zu.
Über die Burgener Platten zum Gipfel
Vom Refugio Torino steigen wir leicht absteigend zum Col du Géant, vorbei an den Aiguilles Marbrées, zum schrofigen Sockel des Dent du Géant auf, überwinden ein kleines Firncouloir und umgehen mehrere Gendarmen bis zum sogenannten Frühstücksplatz unterhalb der Südwand, unserem letzten Rastplatz vor der eigentlichen Kletterei. Über die Burgener Platten, mehrere Seillängen im IV. bis V. Grad, die dank der Fixseile deutlich an Schrecken verlieren, sowie zwei kurze Kamine erreichen wir den Vorgipfel. Von dort führt eine luftige, aber kurze Querung über eine Scharte zum Hauptgipfel auf 4013 m, wo uns die beiden berühmten Statuen und ein Rundblick erwarten, der seinesgleichen sucht.
Der Abstieg über die Südwand
Für den Rückweg seilen wir uns über mehrere Abseilstellen direkt über die Südwand ab, zurück zum Frühstücksplatz, bevor wir auf demselben Weg zum Rifugio Torino zurückkehren. Weil die Wand erst gegen Mittag aus dem Schatten tritt, muss die Tour nicht zwingend im alpinen Morgengrauen begonnen werden, dennoch starten wir bewusst früh genug, um dem an schönen Tagen spürbaren Andrang an den Fixseilen zuvorzukommen.
Dent du Géant mit Bergführer
Wir übernehmen die komplette Tourenplanung inklusive Hüttenreservierung, beurteilen die Verhältnisse an der Südwand und wählen einen Startzeitpunkt, der sowohl den Andrang als auch die Sonneneinstrahlung berücksichtigt. An den Fixseilen und Kaminstellen sichern wir dich zusätzlich, beim Abseilabstieg begleiten wir dich Stand für Stand. Mit einer Seilschaft von maximal 1:2 behalten wir auch an dieser prestigeträchtigen Route die volle Kontrolle.