Erfahrung bei Hochtouren der Schwierigkeit ZS vorausgesetzt

Die Dent Blanche (4’357 m) ist einer der eigenständigsten und formschönsten Viertausender der Walliser Alpen. Weit sichtbar aus dem Rhonetal, thront sie im hintersten Val d’Hérens wie ein gewaltiger Felszahn über kilometerweiten Gletscherfeldern. Diese Hochtour vereint alles, was den Alpinismus faszinierend macht: einen langen, einsamen Hüttenzustieg, eine Nacht in einer spektakulär gelegenen Berghütte, die Cabane de la Dent Blanche, und eine anspruchsvolle Gratkletterei auf soliden Gneisfelsen bis auf 4’357 Meter.
CHF 1'590.00

Vier Grate ziehen vom Gipfel in alle Himmelsrichtungen. Die Dent Blanche fordert echte alpine Erfahrung, einen kühlen Kopf in ausgesetztem Gelände und die Bereitschaft, sich auf mehrere Stunden Gratkletterei einzulassen. Genau das macht sie für erfahrene Alpinisten so attraktiv: Sie ist selten überlaufen, liegt abseits der grossen Tourismusströme und belohnt mit einem Rundblick, der auf den Gipfeln des Matterhorns, Monte Rosa, Weisshorns, Zinalrothorns und Mont Blancs liegt.
Der Normalweg führt über den Südgrat: die Route mit dem besten Fels und der logischsten Linienführung. Auf festem Gneis, der nach Schlechtwetter rasch wieder abtrocknet, windet sich der Grat über mehrere Gendarmen bis zum höchsten Punkt. Die Schlüsselstelle ist der Grosse Gendarm auf 4’098 m, der üblicherweise auf der Westseite umgangen wird. Eine technisch anspruchsvolle, aber mit fixierten Sicherungen gut ausgestattete Stelle.
Ausgangspunkt jeder Besteigung ist die Cabane de la Dent Blanche auf 3’507 m. Sie steht einsam auf einem Felssporn hoch über dem Glacier de Ferpècle und bietet eine der eindrücklichsten Hüttenlagen der Alpen. Der Zustieg von Ferpècle führt durch eine zunehmend wilde Hochgebirgslandschaft: Erst durch grüne Alpenweiden, dann über alte Gletschermoränen, schliesslich über Firnfelder und Schuttgelände zur Hütte hinauf. Rund 1’700 Höhenmeter und fünf bis sechs Stunden Gehzeit, das ist kein Spaziergang, sondern bereits ein vollwertiger Bergtag. Auf der Hütte angekommen, steht die Dent Blanche direkt vor einem. In der Abendsonne leuchten ihre Gratrippen in warmen Tönen, während die Gletscher tief unten im Blau der Dämmerung versinken. Das ist der Moment, an dem man versteht, warum dieser Berg so viele Alpinisten in seinen Bann zieht.
Früh, lange vor Sonnenaufgang, verlässt man die Hütte. Über erste Felspartien und einen kleinen Gletscher erreicht man die Wandfluelücke auf 3’703 m, den Einstieg in den Südgrat. Was dann folgt, ist pure alpine Klettererei: Fels- und Firnpassagen wechseln sich ab, der Grat wird schmaler und die Ausgesetztheit grösser. Die mit Bohrhaken gesicherten Schlüsselstellen erlauben zügiges Vorankommen, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen.
Nach dem Grossen Gendarmen lichtet sich der Grat ein letztes Mal auf, bevor ein kurzes firniges Gipfelstück zum höchsten Punkt führt. Dort, auf 4’357 Metern, steht man mittendrin in einem der grossartigsten Panoramen der Alpen: das Matterhorn zum Greifen nah, der vergletscherte Rücken des Monte Rosa im Osten, die Nadeln des Weisshorns und Zinalrothorns gleich nebenan, und im Westen der Mont Blanc als weisser Koloss am Horizont. Je nach Kondition und Wunsch übernachtet man noch eine weitere Nacht auf der Hütte, bevor es am dritten Tag zurück ins Tal geht.
Erfahrung bei Hochtouren der Schwierigkeit ZS vorausgesetzt
Gute Kondition für ganztägige Aufstiege mit Gepäck
Von Ferpècle geht es zunächst auf gut markiertem Weg durch die Alpenweiden des hinteren Tals. Mit zunehmender Höhe verschwinden die letzten Grüntöne, der Weg führt über Moränenwälle und Gletscherreste in ein karges Hochgelände aus Schutt, Eis und Fels. Die letzten Höhenmeter zur Hütte verlangen Konzentration und einen gleichmässigen Schritt – wer hier zu schnell ist, bezahlt es morgen früh.
Die Cabane de la Dent Blanche thront auf einem schmalen Felssporn mit offenem Blick auf den Glacier de Ferpècle und die umliegenden Gipfel. Nach einem ausgiebigen Abendessen wird das Material für den Gipfeltag vorbereitet, ein letzter Blick auf den Wetterbericht gemacht, und früh schlafen gegangen.
Der Wecker klingelt noch tief in der Nacht. Im Schein der Stirnlampen verlassen wir die Hütte und queren über erste Felsrippen und einen kleinen Gletscher zur Wandfluelücke (3’703 m), dem Beginn des eigentlichen Südgrats. Was folgt, ist alpines Klettern auf festem Gneis: Türme, Gendarmen, kurze ausgesetzte Passagen. Die Route ist durchgehend mit Bohrhaken gesichert und gut lesbar, aber sie fordert flüssiges Vorankommen und absolute Konzentration.
Der Grosse Gendarm auf 4’098 m ist die Schlüsselstelle der Route. Er wird üblicherweise auf seiner Westflanke umgangen. Eine anspruchsvolle, aber gut gesicherte Kletterstelle. Danach wird der Grat nochmals breiter, ein letzter Firnhang führt hinauf zum höchsten Punkt. Auf dem Gipfel der Dent Blanche angekommen, liegt das halbe Wallis zu deinen Füssen. Das Matterhorn ist zum Greifen nah. Nach einer kurzen Pause beginnt der Abstieg auf derselben Route zurück zur Hütte. Auf der Cabane gibt es nochmals etwas Warmes, bevor der lange Rückstieg nach Ferpècle ins Tal führt.
Die spektakuläre Cabane de la Dent Blanche – auch bekannt als Cabane Rossier – klebt auf stolzen 3’507 Metern Höhe an einem Felssporn am Fusse des Dent-Blanche-Südgrats im hintersten Val d’Hérens. Als eine der höchstgelegenen, bewarteten Schutzhütten des Schweizer Alpen-Clubs wird sie von der Sektion Jaman betrieben und bietet Alpinisten 35 gemütliche Schlafplätze inmitten einer grandiosen Eis- und Felslandschaft. Die energieautonome Unterkunft ist das unentbehrliche Basislager für die anspruchsvolle Besteigung des majestätischen Viertausenders Dent Blanche sowie für hochalpine Übergänge zu den Nachbartälern. Der fast sechsstündige, legendäre Zustieg ab Ferpècle überwindet schweisstreibende 1’750 Höhenmeter.

Die Dent Blanche ist 4’357 m hoch und liegt im Walliser Val d’Hérens, südlich von Evolène und Ferpècle.
Die Dent Blanche wird über den Südgrat (Normalweg) mit der SAC-Schwierigkeit ZS (ziemlich schwierig) bewertet. Die Route beinhaltet Kletterpassagen bis zum dritten Schwierigkeitsgrad auf Gneisfels sowie ausgesetzte Gratpassagen und kurze Firnabschnitte. Sie ist kein Einsteigerziel – wer die Dent Blanche besteigen will, sollte bereits mehrere Hochtouren im ZS-Bereich absolviert haben.
Die technisch anspruchsvollste Stelle ist die Umgehung des Grossen Gendarmen auf 4’098 m. Er wird üblicherweise westlich umgangen und ist mit Bohrhaken gesichert. Wer ihn direkt überklettert, erhöht die Schwierigkeit auf Grad IV.
Die ideale Saison läuft von Mitte Juli bis Mitte September. In diesem Zeitfenster ist der Fels in der Regel schneefrei und trocken. Wetterbedingte Absagen sind möglich – wir beobachten die Verhältnisse eng und kommunizieren frühzeitig.
Das Panorama vom Gipfel der Dent Blanche gehört zu den eindrücklichsten der ganzen Alpen: das Matterhorn in nächster Nähe, der Monte Rosa mit seinen weit ausgedehnten Gletschern, Weisshorn, Zinalrothorn, Dent d’Hérens und im Westen – an klaren Tagen – der Mont Blanc.
Du solltest bereits mehrere geführte oder selbständig absolvierte Hochtouren im ZS-Bereich mitbringen, sicher mit Steigeisen auf steilem Firn gehen können und dich auf exponierten Graten und im Fels bis Grad III wohlfühlen. Ein Hochtourenkurs oder eine vorbereitende Tour (z. B. Weisshorn, Bishorn oder Zinalrothorn) ist eine gute Grundlage.
Der Hüttenanstieg von Ferpècle (ca. 1’770 m) zur Cabane de la Dent Blanche (3’507 m) umfasst rund 1’700 Höhenmeter und dauert 5 bis 6 Stunden. Er ist bereits eine vollwertige alpine Tour und sollte nicht unterschätzt werden.
Ja. Neben dem Südgrat (Normalweg, ZS) gibt es den Ferpèclegrat (Westgrat, TD, IV+), den Viereselsgrat (ENE-Grat, ZS+) und den technisch sehr anspruchsvollen Nordgrat. Für die meisten Alpinisten ist der Südgrat die empfohlene Route.