Trittsicherheit in unwegsamem Gelände, erste Erfahrung im Kraxeln mit Bergschuhen. Schwindelfreiheit absolut zwingend – der Reitergrat ist mental anspruchsvoll. Abseilroutine vorausgesetzt. Tour T6, WS, Grad II–III.

Der einstige Alpstein-Klassiker, der schon unseren Vätern durchgewetzte Berghosen beschert hat – die Überschreitung der Altenalptürme über den legendären Reitergrat. Drei Gipfel, mehrere Abseilstellen, und ein Herzstück, das jeden Alpinisten in den Bann zieht: der Reitergrat, so dünn, dass man ihn stellenweise nur rittlings bezwingen kann. Ein Bein hängt rechts über dem Nichts, das andere links über dem Nirgendwo. Die Kletter- und Kraxelstellen sind zum Geniessen, der Reitergrat zum Staunen. Eine abwechslungsreiche Überschreitung, nicht zu lang, aber trotzdem äusserst lohnend – und eine der schönsten Voralpintouren der Schweiz.
CHF 370.00

Der Alpstein ist bekannt. Wer in der Ostschweiz aufgewachsen ist, kennt die Silhouette des Säntis, den Seealpsee, die Ebenalp. Was weniger bekannt ist, liegt etwas abseits der Wanderwege: Die Altenalptürme sind eine markante Felsreihe südlich der Ebenalp – ihre gezackte Silhouette ist von weitem sichtbar. Mitten in dieser Felsreihe steckt der Reitergrat, eine schmale Felsschneide, auf der man reitet statt geht. Vier Bohrhaken sind in den Grat gebohrt, der Kletterführer bewertet ihn mit 3b. Man kann sich das fast nur so erklären, dass sich der heutige Kletterer zu schade ist, auf den Grat zu sitzen – oder die Technik unserer Vorväter verlernt hat.
Die Tour ist in den letzten Jahren wieder bekannter geworden. Früher drohte sie in Vergessenheit zu geraten – gerade noch 2–3 Begehungen pro Jahr. Heute zieht sie Alpinisten aus der ganzen Deutschschweiz an. Und trotzdem: Wer auf den Reitergrat trifft, trifft meistens auf sich selbst und seinen Bergführer.
Der Zustieg von der Ebenalp-Bergstation führt über den Chlus und den Schäfler – ein schönes Einlaufen mit Kaffeepause beim Schäfler Berghaus und erstem Überblick über den weiteren Tourenverlauf. Vom Schäfler hinunter zum Altenalpsattel: hier beginnt die eigentliche Überschreitung.
Vom Altenalpsattel steigt man durch die mit Felsen durchsetzte Nordflanke auf den östlichen Altenalpturm. Auf dem östlichen Turm angekommen schüchtert der Anblick des Reitergrates und des Mittelturms zunächst ein. Dann beginnt das Herzstück: ausgesetztes Abklettern zum Reitergrat. Der erste Stand befindet sich auf dem Gipfel des östlichen Turms, der nächste kurz vor dem Grat. Der Grat selbst ist mit 4 Bohrhaken ausgerüstet – aber die eigentliche Sicherung übernimmt der Bergführer.
Nach dem Reitergrat in schöner Kraxelei auf den Mittelgipfel und über wunderschöne, exponierte Gratabschnitte zum Westturm, wo das Gipfelbuch wartet. Der Abstieg führt über mehrfaches Abseilen – ca. 3–4 Mal, mit 20–30 m Seillängen – hinunter zum Lötzisalpsattel. Von dort auf Wanderwegen über die Altenalp und den Seealpsee zurück nach Wasserauen. Und weil es sich gehört: ein Stop beim Gasthaus Seealpsee.
Gepolsterte Hosen oder ein T-Shirt, das man sich in die Hosen stopft: empfohlen. Wer auf dem Reitergrat sitzt, versteht es. Die Ausgesetztheit ist jäh, die Schmerzen sind vorübergehend, das Erlebnis bleibt ein Leben lang. Der Reitergrat ist das Herzstück dieser Tour – und der Grund, warum man wiederkommt.
Trittsicherheit in unwegsamem Gelände, erste Erfahrung im Kraxeln mit Bergschuhen. Schwindelfreiheit absolut zwingend – der Reitergrat ist mental anspruchsvoll. Abseilroutine vorausgesetzt. Tour T6, WS, Grad II–III.
Gute Grundkondition für ca. 800 Hm und 7–8 Std. Gesamtzeit. Zustieg 500 Hm ab Ebenalp via Schäfler, ca. 1.5 Std.
Zustieg: 500 Hm ab Ebenalp, ca. 1.5 Std. Überschreitung: WS / III, ca. 5–6 Std. Abstieg: ca. 1.5 Std. Gesamtzeit: ca. 7–8 Std. Schwierigkeit: T6 / WS / II–III
Treffpunkt ist um bei der Ebenalpbahn in Wasserauen. Gemeinsam fahren wir mit der Bahn auf die Ebenalp. Von der Bergstation über den Chlus und den Schäfler – ein schönes Einlaufen. Beim Schäfler Berghaus erste Pause, Kaffee und Kuchen, erste Sicht auf die Altenalptürme.
Vom Schäfler hinunter zum Altenalpsattel. Hier Gurt anlegen, Helm auf, einbinden. Aufstieg in der Nordflanke auf den östlichen Altenalpturm. Dann der Reitergrat. Nach dem Mittelgipfel über wunderschöne Gratabschnitte zum Westturm.
Abseilen – ca. 3–4 Mal à 20–30 m – hinunter zum Lötzisalpsattel. Helm ab, Seil in den Rucksack. Über Wanderwege durch die Altenalp hinunter zum Seealpsee. Stop beim Gasthaus Seealpsee. Weiter nach Wasserauen. Abschluss ca. 15:00 Uhr am Bahnhof Wasserauen.
Anreise: Zug nach Appenzell (SBB via St. Gallen oder Gossau), dann Appenzeller Bahnen nach Wasserauen. Mit dem Auto nach Wasserauen, Parkplatz am Bahnhof (gebührenpflichtig).
Die Altenalptürme (2’031–2’033 m) sind eine markante Felsreihe im Alpsteinmassiv südlich der Ebenalp, Kanton Appenzell Innerrhoden. Ihre gezackte Silhouette ist von weitem sichtbar. Die Überschreitung von Ost nach West über den legendären Reitergrat gilt als alpine Alpstein-Klassiker – einstig weitgehend vergessen, in den letzten Jahren wieder bekannter geworden.
Der Reitergrat ist das Herzstück der Überschreitung – eine schmale Felsschneide zwischen dem östlichen Altenalpturm und dem Mittelturm, so dünn, dass man sie stellenweise nur rittlings bezwingen kann. Der Reitergrat ist mit 4 Bohrhaken ausgerüstet und wird mit Grad 3b bewertet. Die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht in der Technik, sondern in der Ausgesetztheit und der mentalen Anforderung.
Die Tour wird mit T6 / WS / Grad II–III bewertet. Die Schwierigkeiten sind nie extrem hoch – aber man bewegt sich im alpinen Gelände, mit ausgesetzten Passagen, steilen Graspartien und mehreren Abseilstellen. Besonders bei Nässe sind die steilen Wiesen im Zustieg zum östlichen Altenalpturm nicht zu unterschätzen. Schwindelfreiheit ist absolut zwingend.
Ca. 3–4 Abseilstellen à 20–30 m, vom Westturm hinunter zum Lötzisalpsattel. Die Stände sind eingerichtet. Ein 50 m Seil ist ausreichend, mit 60 m ist man auf der sicheren Seite.
Der Reitergrat wird reitend begangen – man sitzt auf dem Fels und schiebt sich vorwärts. Das Gestein scheuert. Eine gepolsterte Radhose, eine alte Hose oder ein T-Shirt, das man sich in die Hose stopft, mildert das. Das klingt wie ein Scherz, ist aber ein ernst gemeinter Ausrüstungstipp, der in allen Tourberichten auftaucht.
Mai bis Oktober, ausschliesslich bei trockenem Fels. Die steilen Graspassagen im Zustieg und zwischen den Türmen sind bei Nässe extrem rutschig. Gewitter im Alpstein können rasch entstehen – Frühstart ist wichtig. Teilweise ist die Tour bis Dezember noch gehbar, sofern kein Schnee liegt.