Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwingend. Kletterpassagen bis Grad IV, Nachstieg. Stellen mit Drahtseil oder Fixseilen vorhanden, aber nicht durchgehend. Alpines Urteilsvermögen auf dem ausgesetzten Grat.

Der Ruessigrat am Pilatus gehört zu den klassischsten Klettergraten der Zentralschweiz – direkt über dem Vierwaldstättersee, auf rauem Kalkfels, mit einem Panorama, das von der Rigi bis zu den Berner Alpen reicht. Die Tour führt ab dem Parkplatz Lutholdsmatt über den Südwestgrat der Rüessiflue, dann weiter über den Mattstock und den markanten Felsgrat, der in der Region als «Brotmesser» bekannt ist – eine schmale, ausgesetzte Kalkschneide, die ihren Namen vollauf verdient. Die gesamte Traversierung dauert einen langen Tag und bietet eine aussergewöhnliche Mischung aus Wandergelände, Kletterpassagen bis zum vierten Grad und immer wieder freien Ausblicken tief hinunter in die Zentralschweizer Seenlandschaft. Eine Tour, die nah an der Zivilisation liegt und trotzdem alpin fühlt.
CHF 450.00

Wer den Pilatus kennt, kennt ihn meist von der Zahnradbahn oder der Seilbahn. Was die meisten nicht sehen: Die Südwestseite des Massivs zeigt ein vollständig anderes Gesicht – wilde Kalkfelsen, scharfe Grate, steile Wände, und dazwischen ein Weg, den man ohne Bergführer und Kletterausrüstung besser nicht betritt. Der Ruessigrat ist dieser Weg.
Wir starten am Parkplatz Lutholdsmatt und steigen auf dem Weg in Richtung Rüessiflue. Der Südwestgrat beginnt zunächst als Wandergelände – gut, weil man sich an die Ausgesetztheit gewöhnt – und wird dann zunehmend steiler und felsiger. Am Seil gesichert klettern wir über die markanten Stufen des Grats aufwärts, bis wir den Gipfel der Rüessiflue hinter uns gelassen haben und in Richtung Mattstock traversieren.
Das Herzstück folgt danach: das «Brotmesser» – ein scharfer, schmaler Felskamm, der mit dem richtigen Abstand betrachtet wirklich wie eine Messerklinge aussieht. Links fällt der Hang steil ab, rechts nicht weniger. Man geht konzentriert, einen Schritt nach dem anderen, am Seil gesichert durch den Bergführer. Es ist die Art von Gelände, die nicht gefährlich ist, wenn man weiss was man tut – und für das man genau deswegen in guten Händen sein sollte.
Nach dem Brotmesser wird das Terrain etwas breiter. Der Abstieg zurück nach Lutholdsmatt rundet die Traversierung ab.
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwingend. Kletterpassagen bis Grad IV, Nachstieg. Stellen mit Drahtseil oder Fixseilen vorhanden, aber nicht durchgehend. Alpines Urteilsvermögen auf dem ausgesetzten Grat.
Gute Ausdauer für einen langen Traversierungstag. Gesamthöhenmeter ca. 800 Hm Aufstieg. Gesamtzeit ca. 7–9 Stunden ab Parkplatz.
Kletterpassagen: bis Grad IV Gesamtgehzeit: ca. 7–9 Std. Zustieg: ca. 30–40 Min. ab Parkplatz Lutholdsmatt Schwierigkeit: ZS– / IV
Treffpunkt ist am Morgen am Parkplatz Lutholdsmatt. Der Zustieg zur Rüessiflue-Südwestflanke führt auf gut markiertem Weg durch Wald und Alpwiesengelände. Am Wandfuss: Gurt anlegen, Helm auf. Die ersten Kletterpassagen führen direkt in den Grat – Kalkfels, rau und griffig, mit eingerichteten Ständen an den Schlüsselstellen.
Nach dem Mattstock folgt die Traversierung über das Brotmesser: schmal, ausgesetzt, konzentriert. An manchen Stellen unterstützen Fixseile und Drahtseilabschnitte – nicht überall, und genau das ist der Unterschied zu einem Klettersteig. Der Bergführer sichert die kritischen Passagen zusätzlich am Seil.
Der Abstieg führt auf dem normalen Wanderweg zurück nach Lutholdsmatt.
Anreise: Mit dem Auto via Alpnach oder Hergiswil nach Lutholdsmatt, Parkplatz vorhanden. Mit dem ÖV bis Alpnach Dorf oder Hergiswil, dann Bus Richtung Pilatus (saisonal).
Das «Brotmesser» ist ein volkskundlicher Begriff für einen besonders scharfen, schmalen Felsgrat am Rüessigrat-Massiv des Pilatus. Er ist kein offizieller Gipfelname, sondern eine treffende Beschreibung des Terrains – eine messerartige Kalkschneide, die auf beiden Seiten exponiert abfällt und konzentriertes Gehen am Seil verlangt.
Der Rüessigrat ist kein Klettersteig. Er hat keine durchgehende Sicherungslinie und verlangt alpines Urteilsvermögen, Kletterpassagen bis Grad IV und Sicherungstechnik am Seil. Er eignet sich nicht für ungeführte Bergwanderer ohne Klettererfahrung – und genau darin liegt sein Charme: Er ist echter Alpinismus, nicht Freizeitinfrastruktur.
Der Start ab Lutholdsmatt ermöglicht eine vollständige Traversierung der Gratstruktur von unten – mit dem natürlichen Aufbau vom Wandergelände in die Kletterzone. Ausserdem entfällt so die Seilbahn, und die Tour bleibt vollständig auf eigenen Beinen. Das Erlebnis ist dadurch runder und alpiner.
Von Mai bis Oktober, bei trockenem Fels. Der Kalk am Pilatus ist bei Nässe rutschig und erheblich anspruchsvoller. Im Herbst – September und Oktober – ist das Gebiet besonders schön: klare Luft, wenig Betrieb, gute Fernsicht bis in die Berner und Walliser Alpen.