Die Dolomiten des Berner Oberlands
Die Engelhörner sind ein rund vier Kilometer langer Kalkstock zwischen Reichenbach- und Urbachtal, bekannt für exzellenten Fels und eine schier endlose Auswahl an leichten wie schwierigen Kletterrouten, die meisten davon steil und aussichtsreich. Statt des höchsten Gipfels, dem Gstellihorn, ziehen die kleineren, formschöneren Zacken wie Rosenlauistock, Kingspitz, Simelistock oder eben die Mittelgruppe die meisten Kletterinnen und Kletterer an, klein, aber fein, wie es hier heisst. Die höchste Erhebung der Mittelgruppe, das Klein Engelhorn, wird dabei ausschliesslich im Rahmen der vollständigen Überschreitung erreicht, ein Gipfel, den man sich nicht einfach so herauspicken kann.
Die Engelhornhütte im Ochsental
Wir übernachten vor der Überschreitung in der Engelhornhütte AACB auf 1901 m, die am nordöstlichen Ende des idyllischen Ochsentals liegt und Ausgangspunkt für zahlreiche Klettereien in den Engelhörnern ist. Die Hütte ist bewusst einfach und urchig gehalten und wird auch als lohnendes Wander- und Etappenziel von Rosenlaui oder der Kaltenbrunnensäge aus geschätzt. Am Nachmittag nutzen wir die Zeit, um Standplatzbau, Sichern am Grat und Abseiltechnik gemeinsam aufzufrischen, damit am nächsten Tag alle Handgriffe sitzen.
Sechs Gipfel, eine lange Kletterei
Früh am Morgen wandern wir gemütlich in den Kessel des Ochsentals, seilen uns an und steigen konzentriert zum Gemssattel auf, wo uns meist bereits die Sonne erwartet. Die folgende Kletterei über die Mittelgruppe ist ausgesprochen abwechslungsreich: solider Fels wechselt mit brüchigeren Passagen, luftige Kletterstellen mit steilen Aufschwüngen. Wir überschreiten dabei die Gemsspitze, das Klein Engelhorn, die Mittelspitze, Ulrichspitze und Gertrudspitze, bis wir schliesslich die Vorderspitze erreichen. Von dort geht es am kurzen Seil und über eine Abseilstelle hinunter in den Simelisattel und zurück zur Hütte.
Klein Engelhorn Mittelgruppe mit Bergführer
Wir übernehmen die komplette Tourenplanung inklusive Hüttenreservierung, beurteilen die Verhältnisse am Grat und führen dich sicher über die wechselnden Fels- und Kletterpassagen der gesamten Überschreitung. An den Abseilstellen und im brüchigeren Gelände begleiten wir dich besonders aufmerksam. Mit einer Seilschaft von maximal 1:2 behalten wir Zeit und Sicherheit über die gesamte, lange Tour hinweg gut im Griff.